VGKK ist bald Geschichte

Vorarlberg / 06.12.2019 • 19:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Obmann fürchtet künftig mühsamen Kampf ums Geld.

Dornbirn Ein bisschen Wehmut war spürbar, als Manfred Brunner, noch Obmann der Vorarlberger Gebietskrankenkasse (VGKK), zur Bilanz-Pressekonferenz lud. In längstens drei Wochen ist die VGKK, die er 15 Jahre an vorderster Front führte, nämlich Geschichte. Österreichweit werden die Gebietskrankenkassen zur Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) verschmolzen. „Dann ist ein mühsamer Kampf ums Geld zu erwarten“, meinte Brunner, fügte aber an: „Wir werden uns für die Vorarlberger Versicherten ins Zeug hauen.“

Halbjährlicher Wechsel

Mit „wir“ nahm er Jürgen Kessler ins Boot, der ab 1. Jänner 2020 als Arbeitgebervertreter der erste Vorsitzende der ÖGK-Landesstelle sein wird. Die konstituierende Sitzung findet am 9. Jänner 2020 statt. Manfred Brunner soll ihm dann jeweils halbjährlich folgen. Beide werden zudem in die Landeszielsteuerungskommission sowie in die Landesgesundheitsplattform einziehen. Kessler soll überdies den Vorsitz im Fonds „Gesunde Betriebe Vorarlberg“ übernehmen.

Für seine Tätigkeit zog Manfred Brunner eine positive Bilanz. Es sei gelungen, die Finanzen zu konsolidieren und viel für die Versicherten auf den Weg zu bringen. „In vielen Bereichen haben wir österreichweit eine Vorreiterrolle eingenommen und waren Motor für Verbesserungen“, resümierte Brunner. Als Beispiel nannte er unter anderem die Darmkrebsvorsorge, die seit Einführung rund 42.000 Versicherte in Anspruch nahmen, 713 Personen konnten aufgrund der Früherkennung sogar geheilt werden. Er hofft, dass dieses Programm weiter existieren kann (die VN berichteten).

Auch die vielen Maßnahmen zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung im Land hob Manfred Brunner hervor. Dazu gehören unter anderem die Einführung verschiedener Job-Sharing-Modelle sowie Lehrpraxen und die Möglichkeit der Anstellung von Ärzten durch Ärzte. Solche Innovationen einzuführen, werde künftig wohl schwieriger, orakelte der Obmann. Jetzt heiße es aber erst einmal, in den Räumlichkeiten der VGKK alles auf ÖGK umstellen. VN-MM

„Wir werden uns auch künftig für die Vorarlberger Versicherten ins Zeug hauen.“