Reiche Schweizer, staatsgläubige Deutsche. Und Österreich?

Vorarlberg / 08.12.2019 • 12:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Warum im Kinderparadies? Und was hat ein Rotkehlchen damit zu tun? Mehr dazu gibt’s im Podcast.

Drei „Zeit“-Journalisten über Glaubwürdigkeit, Patriotismus und Länderunterschiede.

Lech Ein Podcast über Podcast! So entstanden kürzlich auf dem Mediengipfel in Lech. Die drei Politikjournalisten der „Zeit“, Florian Gasser, Matthias Daum und Lenz Jacobsen, haben mit der VN-Woche über ihren Podcast „Servus. Grüezi. Hallo“, über Journalismus, Patriotismus, Unterschiede der Länder und die größten Klischees gesprochen.

Gasser ist Mitarbeiter im „Zeit“-Büro in Wien, Daum leitet das Schweizer „Zeit“-Büro in Zürich und Jacobsen ist Politikchef von „Zeitonline“ in Berlin. In ihrem Podcast diskutieren sie über Eigenheiten der drei Länder und vergleichen Themen. Wie sieht das Pensionssystem der Länder aus? Wie geht es den Alpenflüssen? Und wie ist das eigentlich mit der direkten Demokratie in der Schweiz? Das Format zwingt die drei Journalisten in Rollen, die sie sonst nicht so kennen, erzählen sie im Podcast. „Ich fühle mich kaum je mehr als Schweizer als in dieser halben Stunde, in der wir den Podcast aufnehmen“, gesteht Matthias Daum. Florian Gasser pflichtet ihm bei: „Das geht mir auch so. Ich komme in eine ungewohnte Verteidigungshaltung wenn ihr wieder sagt, dass Österreich spinnt.“ Jacobsen fragt: „Hat uns der Podcast zu Patrioten gemacht?“

Matthias Daum, Florian Gasser und Lenz Jacbosen beim Mediengipfel in Lech.

Auch über Claas Relotius sprach das Trio. Relotius ist jener preisgekrönte „Spiegel“-Journalist, der vor einem Jahr die ganze Branche erschütterte. Die meisten seiner Artikel stellten sich als falsch heraus. Was bedeutet das für den Journalismus? Florian Gasser ist überzeigt: „Die Angriffe auf Medien gibt es in Österreich schon lange. Nun ist dazu gekommen, dass man sagt: Ihr seid ja auch so ein Relotius.“ Man könne aber einiges daraus lernen, fährt Jacobsen fort.“Zum Beispiel, dass wir auf Glätte in unseren Artikeln verzichten und uns erlauben, Dinge offen zu lassen, weil wir sie nicht wissen.“ In der „Zeit“ werden seit dem Vorfall die Artikel ein weiteres Mal nach Zufallsprinzip ausgewählt und geprüft. Auch der Podcast sei schon an die Reihe gekommen. Dieser sei übrigens ein Mittel zu mehr Transparenz.

Selbiges gilt für die VN-Woche. Auch dieser Podcast soll Transparenz schaffen. Deshalb schildert in der aktuellen Folge Innenpolitikchefin Birgit Entner-Gerhold, wie die Recherche um die Gagen in der HTL Rankweil gelaufen ist. Zu Hören ist die Folge auf VN.at sowie allen gängigen Podcast-Plattformen.