Die Angst vor der „Zwangsinklusion“

Vorarlberg / 09.12.2019 • 20:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die zuständige Landesrätin, Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink, war bei der Demonstration anwesend und unterhielt sich mit den Kritikern.VN/Hartinger
Die zuständige Landesrätin, Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink, war bei der Demonstration anwesend und unterhielt sich mit den Kritikern.VN/Hartinger

Elternverein des PFZ demonstrierte vor Landhaus.

Bregenz, feldkirch „Ein gutes Konzept landet im Müllkübel“, kritisiert Manfred Peter bei einer Demonstration des  Elternvereins des PFZ (Pädagogisches Förderzentrum) Feldkirch. Etwa 20 Eltern und Lehrer sind der Einladung gefolgt, machen auch mit Schildern ihrem Unmut Luft. Sie fordern, dass ein 2017 gefällter Grundsatzbeschluss der Feldkircher Stadtvertretung zum Bau bzw. zur Sanierung der Volksschule Altenstadt unter Einbeziehen der ersten sechs Schulstufen des PFZ Feldkirch beibehalten wird. Den neuen Vorschlägen stehen sie kritisch gegenüber, sie fürchten ein „Aushungern“ der Schule. Am Ende stehe dann die „Zwangsinklusion“, den Eltern werde die Wahlfreiheit genommen. Dafür verantwortlich seien Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink, die Bildungsdirektion, für die sie politisch zuständig ist, Feldkirchs Bürgermeister Wolfgang Matt sowie Vizebürgermeisterin Gudrun Schöbi-Fink. Die Bildungsdirektion werfe ohne Grund den Plan über den Haufen, die Stadtpolitiker würden das alte Konzept ablehnen (Petz-Bechter) bzw. hätten nicht den Mut, sich dafür auszusprechen (Matt), lauteten die Vorwürfe.

Kommunikation gescheitert

Wie verfahren die Situation ist, zeigt sich nach Peters Demonstrations-Rede. Auf der einen Seite des Landhaus-Eingangs steht Schöbi-Fink, auf der anderen die Organisatoren. Man scheint sich nichts mehr zu sagen zu haben. Einige Teilnehmer, darunter auch Lehrer anderer Sonderschulen, nutzen dann doch die Gelegenheit, der Landesstatthalterin ihre Kritikpunkte mitzuteilen. Derzeit könne das PFZ nicht geschlossen werden, betont dabei Schöbi-Fink, egal was die Stadtvertretung beschließe. Zuvor müssten nämlich einige Bedingungen erfüllt werden, die die Bildungsdirektion den Verantwortlichen der Stadt mitgeteilt habe.

Der Beschluss dürfte heute fallen: am Wortlaut wurde bis zuletzt gefeilt, die Feldkircher Volkspartei dürfte aber die Unterstützung der Grünen erhalten. Im Antrag wird festgelegt werden, dass das PFZ erst geschlossen werden kann, wenn für alle Schüler Lösungen gefunden sind. Für Daniel Allgäuer, FP-Stadtrat, reine Augenauswischerei. Er ist überzeugt, dass mit dem neuen Beschluss die Weichen gestellt würden, sodass es später kein Zurück mehr gebe. Brigitte Baschny, SPÖ-Stadtvertreterin, nahm an der Demonstration teil – sie ist der Meinung, dass der Bau wie 2017 angedacht umgesetzt werden soll, das stehe weiteren Maßnahmen ja nicht im Weg.

Der Elternverein wird weiterzukämpfen. Heute findet unmittelbar vor der wichtigen Stadtvertretungssitzung ab 17 Uhr nochmals eine Kundgebung vor dem Feldkircher Rathaus statt. VN-GMS