Innovative Altenpflege

Vorarlberg / 09.12.2019 • 18:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Team des Sozialzentrums Bürs freut sich über die Verleihung des ersten Preises vom Dachverband der Altenpflege. BI
Das Team des Sozialzentrums Bürs freut sich über die Verleihung des ersten Preises vom Dachverband der Altenpflege. BI

Sozialzentrum Bürs wurde österreichweit mit einem ersten Preis ausgezeichnet.

Bürs Einen ersten Platz erreichte das Sozialzentrum Bürs im Rahmen der TELEIOS 2019, dem Preis für Innovation, Qualität und Nachhaltigkeit in der österreichischen Altenpflege. Dieser wird vom Lebenswelt Heim Bundesverband ausgeschrieben und zeichnet herausragende Projekte und Neuerungen im Bereich der stationären Altenarbeit in den Kategorien Bewohner, Mitarbeiter und Führung aus. Es ist die höchste Auszeichnung in diesem Bereich, die erreicht werden kann. Eingereicht wurden heuer 45 Projekte, das Sozialzentrum Bürs gewann in der Kategorie Bewohner mit dem Projekt „Pack die Badesachen ein!“.

Gute Erfahrungen

„Wir organisieren nunmehr schon seit drei Jahren regelmäßig an heißen Sommertagen Badetage für unsere Bewohner im Walgaubad in Nenzing. Anfangs war es total spannend, ob diese Badetage gut angenommen werden. Aber wir haben von Anfang an nur gute Erfahrungen damit gemacht. Auch 90-Jährige gehen gerne schwimmen. Wir wollen unseren Bewohnern die Freuden des Lebens bis zum Schluss ermöglichen. Der Einzug ins Sozialzentrum ist nicht gleichbedeutend mit der Einleitung des Sterbeprozesses“, erklärt Wolfgang Purtscher, Leiter des Sozialzentrums Bürs. Auch wenn einiger organisatorischer Aufwand nötig ist – das engagierte Team des Sozialzentrums weiß diesen zu bewältigen. „Eigentlich hätten wir die Einreichung auch in der Kategorie ‚Team‘ machen können – denn ohne den Einsatz jedes Einzelnen unseres Teams gelingen solche Projekte nicht“, ist Purtscher überzeugt.

So muss etwa der Transport zum Schwimmbad jedes Mal gut geregelt werden. Diejenigen Bewohner, die nicht mehr ganz so rüstig sind und auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind, müssen mit einem Behindertentaxi gesondert transportiert werden. „Für so einen Badetag ist eine Eins-zu-Eins-Betreuung notwendig. Aber dieser Aufwand lohnt sich, denn die Leute freuen sich ungemein, ins Schwimmbad gehen zu können. Es ist etwas ganz Besonderes für sie“, betont Christian Koch, stellvertretender Leiter des Heims. Das Konzept des Sozialzentrums, übrigens dem ersten dieser Art in ganz Vorarlberg, beinhaltet, dass mehrere Dienste im Haus untergebracht werden, wie etwa die Hauskrankenpflege, die Säuglingsberatung oder die Kleinkindbetreuung „Spatzennest“. „Wir sind ein ganz kleines Heim, was den Vorteil hat, dass jeder jeden kennt – von der Reinigung, der Küche, der Pflege angefangen bis zu den Bewohnern und deren Angehörigen. Auch für die Durchführung von Projekten ist dies eine Erleichterung. Zudem sind unsere Mitarbeiter hochmotiviert. Das ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass unser Dienstplan eher ein Wunschplan ist“, führt Koch weiter aus.

Bester Arbeitgeber

Der erste Preis vom Dachverband aller Pflegeheime ist übrigens nicht die einzige Auszeichnung, die das Sozialzentrum Bürs bislang erhalten hat, 2017 wurde die Leitung als „Bester Arbeitgeber im Pflegebereich“ gewürdigt. „Unser Leitgedanke ist, Selbstbestimmung, Selbstständigkeit und Lebensqualität so lange wie möglich zu erhalten. Wir sind bestrebt, sehr individuell auf die Bedürfnisse unserer Bewohner einzugehen, indem auch Vorlieben und Abneigungen berücksichtigt werden. Es sollten Normalität gelebt und wohltuende Erlebnisse geschaffen werden. Diese Ziele versuchen wir eben mit Badeausflügen, Rikscha-Fahrten, Tanzkaffees, Theaterspielen, Konzertbesuchen und vielen anderem mehr umzusetzen“, erläutert Purtscher das Grundkonzept des Sozialzentrums. BI

„Wir sind bestrebt, sehr individuell auf die Bedürfnisse unserer Bewohner einzugehen.“