Mit digitaler Power zu einem neuen Standing

Vorarlberg / 09.12.2019 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Digitales Lernen an der Mittelschule Bregenz-Stadt. Im Kampf gegen viel Konkurrenz eine Attraktion der Traditionsschule. VN/HÄMMERLE

Mittelschule Bregenz Stadt erhält besondere Anerkennung vom Bildungsministerium.

Bregenz „eEducation Austria Expert plus“: so sperrig dieser Begriff ist, so herausragend seine Bedeutung. Mit „eEducation Austria Expert plus“ wurde die Mittelschule Bregenz-Stadt vom Bildungsministerium ausgezeichnet. Er bringt die höchste Anerkennung einer Schule für erfolgreiche digitale Aktivitäten zum Ausdruck. Soll heißen: Die Mittelschule Bregez-Stadt zählt zu den wenigen Schulen in der Republik, die umfassende digitale und informatische Kompetenzen in die Klassenzimmer bringen konnte.

Digitale Arbeitsblätter

„Wir lernen an der Schule mit Tablets und Laptops. Das macht sehr viel Spaß“, strahlt Jaqueline, Schülerin der 3b an der MS Bregenz-Stadt. Kollege Paul kann da nur zustimmen. „Wir kriegen zum Beispiel einen QR-Code, der uns einen Link zu einer Übungsplattform erschließt. Und schon können wir arbeiten“, wird Paul konkret. Solche Plattformen mit digitalen Arbeitsblättern gibt es in nahezu allen Fächern. Unter Anleitung ihrer Lehrer ermöglicht diese Methode vor allem individuelles Lernen. Für die ganze Klasse steht im Klassenzimmer ein Smartboard zur Verfügung, die gute alte Schultafel hat ausgedient.

Gutes Lehrerteam

Der Schwerpunkt digitales Lernen steht und fällt an der MS Bregenz-Stadt mit dem Lehrerpersonal. Hautpverantwortlich für die zukunftsfiitte Ausrichtung der Bildungsstätte ist eine lang gediente Lehrkraft: Gabriele Plaschke. Die 59-jährige Mathematik-, Biologie- und Geschichtelehrerin hat das digitale Projekt mit Unterstützung von Direktor Bernhard Posch (57) entwickelt. „Wir sind ein Kernteam von sieben Lehrerinnen und Lehrer, das die digitale Agenda mit den Schülerinnen und Schülern umsetzt“, berichtet Plaschke. „Wir sind“, erklärt die Lehrerin, „jedoch nicht nur digital unterwegs. Wir lehren und lernen auch analog.“

„Ein Kernteam von sieben Lehrern setzt die digitale Agende bei uns um.“

Gabriele Plaschke, Lehrerin MS Bregenz-Stadt

Die Chancen der Schüler

Für die Mittelschule Bregenz-Stadt ist der Digitalschwerpunkt neben der musikalischen Ausrichtung (eine Musikklasse pro Schulstufe) das zweite Alleinstellungsmerkmal. „Wir haben einen migrantischen Anteil von 80 Prozent und kämpfen gegen mehrere Gymnasien und Privatschulen um Schüler. Wir können unseren Abgängern jedoch ein digitales Rüstzeug mitgeben, das andere nicht haben, und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt vielleicht dadurch erhöhen“, gibt sich Direktor Posch selbstbewusst. Zerstreut wurde seine ursprüngliche Befürchtung, dass das digitale Equipment bald Schaden nimmt. „An der Schule geht ja vieles kaputt, von den 36 Tablets wurde jedoch kein einziges beschädigt“, hält der Schulleiter fast triumphierend fest.

Die Zertifizierung als „eEducation Austria Expert plus“ erhielten in Vorarlberg nur noch zwei andere Schulen: die Mittelschule Hard-Mittelweiherburg sowie die Mittelschule Höchst.