Neuer Tunnel: bereits 600 Meter tief im Berg

Vorarlberg / 09.12.2019 • 17:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Besichtigung des imposanten Tunnels, der im Moment in Au entsteht. mam
Besichtigung des imposanten Tunnels, der im Moment in Au entsteht. mam

Die Bauarbeiten am Tunnel in Au machen große Fortschritte.

au Seit der ersten Sprengung am Portal des Magdalena Stollens ist inzwischen ein halbes Jahr vergangen. Um Bürgermeister Andreas Simma und den Mitgliedern der Gemeindevertretung einen Einblick unter Tag zu gewähren, wurde von der illwerke vkw AG eine Führung in den Stollen organisiert.

23 Millionen Kilowattstunden

Die 20 Besucher wurden von Ingenieur Stefan Kaufmann im Namen der illwerke vkw AG begrüßt. Er berichtete vom aktuellen Tunnelvortrieb. Julius Hirscher von der Bauleitung machte mit dem technischen Teil des Stollens vertraut. Maschinen mit sechs Megawatt (MW) und einem Megawatt Turbinenleistung erzeugen künftig eine Energiemenge bis zu 23 Millionen Kilowattstunden pro Jahr, was dem Stromverbrauch von ca. 4700 Haushalten entspricht. Mit einer Maschinenleistung von unter zehn MW erfüllt das Kraftwerk die Kriterien für ein Kleinwasserkraftwerk laut Ökostromgesetz. Die Geologin Maria Honisch informierte über Deckenverschiebungen und die Wechselfolge der Gesteinsarten von Hangschutt, Schiefer, Kalk und Sandstein.

Sicherheit an erster Stelle

Bevor sich die Besucher in das Tunnelinnere begaben, wurden sie mit den Sicherheitsmaßnahmen vertraut gemacht. Unter anderem musste jeder Besucher einen sogenannten Selbstretter tragen. Der Selbstretter ist mit Atmungsschlauch, Mundstück, Nasenklammer und Schutzbrille bestückt.

Zwei Kilometer lang

Beeindruckt von den riesigen Baumaschinen, dem zweiarmigen Bohrwagen, 200 Kilogramm Sprengstoff pro Sprengung und der Evakuierungsmöglichkeit in der Rettungskapsel erkundeten die Besucher unter der Führung von Stefan Kaufmann und Julius Hirscher den Stollen. Gut 600 Meter haben die Bergleute den Stollen in den vergangenen sechs Monaten vorgetrieben. Das entspricht etwa einem Drittel der letztendlichen Stollenlänge. Mit einem Durchmesser von sechs Metern haben sich die Projektleiter, nach der Prüfung mehrerer Varianten, für einen breiten Stollen entschieden. Die Druckrohrleitung wird einen Durchmesser von 1,20 Meter in Anspruch nehmen, daneben bleibt genügend Platz, um jederzeit mit größerem Gefährt bis zur Bachfassung vorzudringen und etwaige Probleme vor Ort zu lösen. mam

700 Meter vom Kraftwerk aufwärts ist die Rohrleitung schon verlegt.
700 Meter vom Kraftwerk aufwärts ist die Rohrleitung schon verlegt.