Am „Papatag“ die Töchter sexuell missbraucht

Vorarlberg / 10.12.2019 • 11:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte vor dem Schöffensenat und dem vorsitzenden Richter Martin Mitteregger (l.) VN/GS

63-jähriger Oberländer unter anderem der Blutschande angeklagt.

Feldkirch „Ich beneide Sie nicht, dass Sie heute vor mir sitzen. Ich beneide aber auch nicht Ihre Töchter“, wirft Richter Martin Mitteregger dem Angeklagten gleich zu Beginn der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch entgegen. Der Prozess ist heute seit 9 Uhr im Gange – ein Prozess, der bereits mit dem Anklagevortrag von Staatsanwalt Johannes Hartmann schockiert.

Schwere psychische Folgen

Dem 63-Jährigen werden das Verbrechen des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen, Vergehen des Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses, Vergehen der Blutschande sowie das Vergehen der pornographischen Darstellung Minderjähriger vorgeworfen. Das Unfassbare geschah in jahrelangen Zeiträumen von 2003 bis 2004 und zwischen 2005 und 2010. Die Opfer, heute alle volljährig, leiden laut dem Staatsanwalt alle und schweren psychischen Folgen. Ein immerwährendes Trauma, dass sie schließlich zur Anzeige veranlasste.

Der Oberländer, Vater von einem Sohn und vier Töchtern, wurde nach der Scheidung von seiner Frau aus der gemeinsamen Wohnung rausgeschmissen. Doch an jedem zweiten Wochenende war „Papa-Wochenende“. Das hieß, drei der vier Töchter im minderjährigen Alter von sechs bis 13 Jahren „durften“ Samstag und Sonntag bei ihrem Senior verbringen.

Laut Anklage wurde dabei eine der Töchter durch mehrfachen Geschlechtsverkehr und Oralverkehr von ihrem Vater missbraucht. Bei einem weiteren Mädchen sei es beim versuchten Geschlechtsverkehr geblieben, allerdings habe sich der heute 63-Jährige auch an ihr missbräuchlich durch Berührungen des Intimbereichs vergangen.

„Gekuschelt“

Seine älteste Tochter sei damals 14, nicht 13 Jahre alt gewesen, behauptet der Angeklagte und, so der Mann wörtlich: „Es kann schon sein, dass ich sie betrunken einmal hergezogen habe und dabei zufällig mit der Hand an ihre Unterhose geraten bin. Die Kinder haben eben bei mir geschlafen und wir haben gekuschelt.“

Der Mann ist lediglich teilgeständig, manche Vorwürfe bestreitet er. Unter anderem die „Regelmäßigkeit“ des Geschlechtsverkehrs. „Das war nur einmalig“, sagt er. Und obwohl bei einer Hausdurchsuchung kinderpornographisches Material aufgefunden worden war, weist er auch den Anklagevorwurf der „pornographischen Darstellung Minderjähriger“ von sich. „Das ist mir unerklärlich“, so seine Worte.

Die Öffentlichkeit wird schließlich von der Verhandlung ausgeschlossen. Die Urteilsverkündung wird am späten Nachmittag erwartet. Die VN werden berichten.