Das Wetter ist auf Zickzackkurs

Vorarlberg / 10.12.2019 • 20:50 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bei Emma (12) und ihren Zwillingsbrüdern Johannes und Michael (9) geht der Spaß auf der Tschengla jetzt so richtig los. VN/Lerch
Bei Emma (12) und ihren Zwillingsbrüdern Johannes und Michael (9) geht der Spaß auf der Tschengla jetzt so richtig los. VN/Lerch

Erster Schnee im Tal. Gibt’s jetzt weiße Weihnachten?

Schwarzach Darauf hatten die Flachlandbewohner unter den Schneefans sehnlichst gewartet: Am Dienstag rieselte es erstmals in dieser Saison bis ins Tal. Die Ausbeute war derweil noch etwas mager. Für Nachschlag könnte allerdings schon bald gesorgt sein.

Bislang hat Stuben am Arlberg die Nase vorne. Laut dem Schneebericht von Vorarlberg Tourismus wurden dort am Dienstagmorgen zwischen 75 Zentimeter (Tal) und 100 Zentimeter (Berg) Schnee gemessen. Ein großer Teil davon fiel in der Nacht zuvor. Laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) kamen in den bewohnten Gebieten Vorarlbergs innerhalb von 24 Stunden bis zu 40 Zentimeter Neuschnee zusammen, weiter oben waren es bis zu 50 Zentimeter oder sogar etwas mehr.

Der nächste Schub

„In der Nacht auf Donnerstag kommt der nächste Schub“, prognostiziert Jutta Staudacher von der ZAMG in Innsbruck. Die Wetterexpertin rechnet mit bis zu zehn Zentimetern. Voll durchschlagen wird der Wintereinbruch vermutlich aber auch diesmal nicht. „In den tiefen Lagen wie im Rheintal wird es wohl eher Schneeregen sein“, merkt Staudacher an. Nach dem Schneefall kündigt sich für den Nachmittag die Sonne an. Danach geht es in den Prognosen wieder auf und ab. Bereits in der Nacht auf Freitag soll die nächste Front in Vorarlberg eintreffen. „Der Freitag und der Samstag sind durchwegs trüb und nass“, erläutert die ZAMG-Meteorologin. Noch nicht ganz einig sind sich die Modelle bei der Schneefallgrenze.

Weiße oder grüne Weihnachten?

Obwohl es in den nächsten Tagen wieder kälter wird, lässt sich die Schneelage zu Weihnachten offenbar noch nicht vorhersagen. Im Moment sei die Tendenz eher so, dass es ab Sonntag deutlich milder und trockener weitergeht. „Aber es ist auch nur eine Tendenz“, ergänzt Staudacher.

Statistisch gesehen stehen die Chancen für weiße Weihnachten ohnehin eher schlecht. Laut einer Auswertung der ZAMG hat Schnee im Tal zur Bescherung mittlerweile schon fast Seltenheitswert. Klimatologe Alexander Orlik präzisiert: „Im Zeitraum von 1951 bis 1980 gab es in den Landeshauptstädten noch doppelt so oft einen 24. Dezember mit einer geschlossenen Schneedecke wie im Zeitraum von 1983 bis heute. In tiefen Lagen hat sich die Chance auf weiße Weihnachten somit in den letzten Jahrzehnten halbiert.“ Für die letzten 30 Jahre gilt für Bregenz: Durchschnittlich gab es nur jedes dritte Jahr am 24. Dezember eine geschlossene Schneedecke. In den 2000er-Jahren hat sich diese Wahrscheinlichkeit nochmals reduziert. So muss die Vorarlberger Landeshauptstadt seit 2011 mit grünen Weihnachten leben. Die Schneerekorde sind ebenfalls sehr alt. In Bregenz liegt er mit 25 Zentimeter am 24. Dezember 1969 schon 50 Jahre zurück. vn-ger

„In der Nacht auf Donnerstag kommt der nächste Schub Neuschnee.“