Nahversorgung als zentrales Thema

Vorarlberg / 10.12.2019 • 16:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bucher Dorflädele: Nahversorgung und Infrastruktur stehen beim Stammtisch im Fokus. mst
Bucher Dorflädele: Nahversorgung und Infrastruktur stehen beim Stammtisch im Fokus. mst

Buch lädt Bevölkerung zum Austausch hinsichtlich der Zukunft des Dorfladens.

Buch Die Geschichte des Dorfladens hat in der kleinen Kommune Buch eine lange Tradition. Bereits 1921 wurde zur Selbsthilfe der Konsumverein gegründet. Dieser sollte den Zugang zu einem größeren Angebot an Lebensmitteln des täglichen Bedarfs ermöglichen. Das Verkaufsgeschäft wechselte ursprünglich den Standort in zwei Häusern in der Parzelle Heimen. Auf den Neubau eines zweckdienlichen Gebäudes mit späterem Ausbau der Wohnung im ersten Obergeschoss folgte am 10. März 1930 die Benützungsbewilligung für den Geschäftsbetrieb, wo er auch heute noch in prominenter Lage zu finden ist.

Wechselhafte Geschichte

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Konsumverein Buch schlussendlich nach vorangegangener Verstaatlichung und Löschung der örtlichen Vereinigung dem Konsum Österreich zugesprochen. Bescheidene Umsätze brachten keinerlei Verbesserungen der Infrastruktur und führten 1988 beinahe zur Schließung der Bucher Filiale. Der politischen Gemeinde, seinerzeit mit Bürgermeister Ewald Hopfner, gelang es, das Gebäude zurückzukaufen, um die Nahversorgung sichern zu können. Fortan wurde das Geschäft unter dem Namen „Lisa’s Lädele“ eigenständig von Liselotte Eberle bis zu ihrer Pensionierung Anfang September 2018 mit Unterstützung der Familie geführt. In diese lange Zeit fällt übrigens auch die Ausbildung von mehreren Lehrlingen. Der Ausblick mit der Suche eines neuen Betreibers war ursprünglich kräftig eingetrübt. Es gab zwar Anfragen, jedoch keine konkreten Interessenten für die Fortführung des Verkaufsgeschäftes direkt im Zentrum.

Gemeinde als Betreiber

Abermals sorgte die Gemeindevertretung für weit mehr als nur ein Bekenntnis zum Erhalt der Nahversorgung. Umfängliche organisatorische, rechtliche und personelle Abklärungen folgten, ehe die Gemeinde das Lebensmittelgeschäft als Betreiber praktisch nahtlos weiterführte. Seit über einem Jahr wird nun der „Dorfladen“ von drei Bucher Frauen im Gemeindedienst, darunter Elke Sinz als Leiterin, sozusagen in Teilzeit betrieben. „Die gute Entwicklung gibt Mut, neue konkrete Projekte anzuregen“, lässt Bürgermeister Franz Martin mit der Einladung zum Nahversorger-Stammtisch durchblicken.

Zukünftige Lösungen

Um gute Lösungen für die Zukunft erarbeiten zu können, ist die Bucher Bevölkerung zum gemeinsamen Austausch morgen, Donnerstag, 12. Dezember in den Gemeindesaal eingeladen. Beginn ist um 19.30 Uhr. Dabei spielt gerade auch die aktuelle Entwicklung in den ländlichen Kommunen eine Rolle. Dazu steht Fachmann Karl-Heinz Marent (Geschäftsführer Verein Dörfliche Lebensqualität und Nahversorgung) Rede und Antwort. MST