Rinder-TBC: 65 Tieren droht der Tod

Vorarlberg / 10.12.2019 • 18:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Testung der Tiere eines Oberländer Betriebs auf den Rinder-TBC-Erreger brachte ein niederschmetterndes Ergebnis. VN/Sams
Die Testung der Tiere eines Oberländer Betriebs auf den Rinder-TBC-Erreger brachte ein niederschmetterndes Ergebnis. VN/Sams

Zahlreiche Verdachtsfälle nach Hauttest auf einem landwirtschaftlichen Betrieb im Oberland.

Bregenz, Bludenz Die Rinder-TBC wird zum Ganzjahresproblem. Nachdem im Spätsommer ein Landwirt seinen gesamten Bestand (55 Tiere) verlor, gibt es zu Beginn der Wintertestungen gleich wieder eine Hiobsbotschaft. Erneut war es ein Betrieb im Bezirk Bludenz, in dem Hauttestungen entzündliche Reaktionen hervorriefen. Beim Ablesen des sogenannten Tuberkulin-Hauttests haben elf von 31 Rindern sowie 31 von 34 Kühen positiv reagiert. Der Bestand wurde daraufhin vom Amtstierarzt gesperrt. 

Gantner betroffen

Vorläufig werden sechs Tiere des Bestandes diagnostisch getötet und Organproben zur Untersuchung an die Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) nach Wien-Mödling geschickt. Es droht die Keulung des gesamten Bestandes. Diese ist eigentlich gesetzlich vorgeschrieben, wenn mehr als 40 Prozent der in einem Betrieb getesteten Tiere eine Reaktion zeigen. „Es wird in den kommenden Tagen weitere diagnostische Tötungen geben. Dass der ganze Bestand gekeult wird, ist natürlich vorstellbar“, drückt sich Landesveterinär Norbert Greber noch vorsichtig aus. Betroffen vom aktuellen TBC-Verdachtsfall zeigt sich auch Landwirtschaftslandesrat Christian Gantner. „Unser volles Mitgefühl gilt natürlich der betroffenen Familie. Sie wird jede Unterstützung, vor allem wirtschaftlich, erhalten“, betonte Gantner, der den Betrieb am Montagabend persönlich besucht hatte.

Ratlosigkeit

Effektive Maßnahmen zur Eindämmung der Rinder-TBC weiß freilich auch Gantner keine. „Wenigstens ist das Gebiet, in dem wir diese Verdachtsfälle registrieren mussten, auf eine Region beschränkt“, versucht sich der Landesrat zu trösten. „Wir müssen jetzt versuchen, noch mehr über den Erregerstamm herauszufinden und das enge Netz der Kontrollen beibehalten.“

Laut Norbert Greber werden derzeit sieben andere Betriebe, deren Tiere mit jenen des betroffenen Hofes Kontakt hatten, untersucht. „Fünf davon sind Vorarlberger Betriebe, zwei aus Tirol“, berichtet Greber. Insgesamt werden auch in diesem Winter rund 800 Betriebe mit 9000 Stück Vieh auf TBC getestet.

Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger fordert neue Wege in der TBC-Bekämpfung. „Die bisherigen Maßnahmen zeigen zu wenig Wirkung. Nachdem die Zusammenhänge zwischen Betrieb, Maisäß und Alpe nachvollziehbar sind, brauchen wir eine effizientere Strategie zur Reduktion von TBC beim Wild.“ Moosbrugger verlangt einen behördlichen Seuchenbekämpfungsplan in den betroffenen Gebieten. VN-HK

„Wir brauchen eine effizientere Bekämpfungsstrategie zur Reduktion von TBC beim Wild .“