Töchter missbraucht: 13 Jahre Haft für Vater

Vorarlberg / 10.12.2019 • 22:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der 63-Jähriger erbat nach der Urteilsverkündung Bedenkzeit.VN/GS
Der 63-Jähriger erbat nach der Urteilsverkündung Bedenkzeit.VN/GS

Am „Papa-Tag“ verging sich Oberländer an drei Minderjährigen.

Feldkirch „Ich beneide Sie nicht, dass Sie heute vor mir sitzen. Ich beneide aber auch nicht Ihre Töchter“, wirft Richter Martin Mitter­egger dem Angeklagten gleich zu Beginn der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch entgegen. Es ist ein Prozess, der bereits mit dem Anklagevortrag von Staatsanwalt Johannes Hartmann schockiert.

Schwere psychische Folgen

Dem heute 63-Jährigen werden das Verbrechen des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen, Vergehen des Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses, Vergehen der Blutschande sowie das Vergehen der pornographischen Darstellung Minderjähriger vorgeworfen. Das Unfassbare geschah in jahrelangen Zeiträumen von 2005 bis 2010.

Die heute erwachsenen Opfer leiden noch nach Jahren unter schwerer Traumatisierung, depressiven Störungen und Minderwertigkeitskomplexen. Bis es Anfang 2019 endlich zur Anzeige und zur Inhaftierung des Angeklagten kam.

Der Oberländer, Vater von einem Sohn und vier Töchtern, wurde nach der Scheidung von seiner Frau aus der gemeinsamen Wohnung rausgeschmissen. Doch an jedem zweiten Wochenende war sogenannter „Papa-Tag“. Das hieß, drei der vier Töchter im minderjährigen Alter von sechs bis 13 Jahren „durften“ Samstag und Sonntag bei ihrem Vater verbringen.

Laut Anklage wurden die Töchter dabei durch mehrfachen Geschlechtsverkehr und versuchtem Geschlechtsverkehr  von ihrem Vater missbraucht. Außerdem hatte der Mann die Kinder im Intimbereich berührt und sich an ihnen durch Oralverkehr vergangen. „Er hatte zu diesem Zweck den Kopf eines Mädchens nach unten gedrückt“, heißt es in der Anklageschrift.

„Gekuschelt“

Seine älteste Tochter sei damals 14, nicht 13 Jahre alt gewesen, behauptet der Angeklagte, und so der Mann wörtlich: „Es kann schon sein, dass ich sie betrunken einmal hergezogen habe und dabei zufällig mit der Hand an ihre Unterhose geraten bin. Die Kinder haben eben bei mir geschlafen und wir haben gekuschelt.“

Der Mann ist lediglich teilgeständig, manche Vorwürfe bestreitet er. Unter anderem die „Regelmäßigkeit“ des Geschlechtsverkehrs. „Das war nur einmalig“, sagt er. Und obwohl bei einer Hausdurchsuchung kinderpornographisches Material aufgefunden worden war, weist er auch den Anklagevorwurf der „pornographischen Darstellung Minderjähriger“ von sich. „Das ist mir unerklärlich“, so seine Worte.

„Das Leben einer Familie zerstört“

„Sie haben das Leben einer ganzen Familie zerstört und auch Ihr eigenes“, begründet Richter Martin Mitteregger das Urteil: 13 Jahre unbedingte Freiheitsstrafe und die Zahlung von insgesamt 36.500 Euro an die Opfer. Der Verurteilte erbat drei Tage Bedenkzeit.