Volksschule Altenstadt wird inklusiv gebaut

Vorarlberg / 10.12.2019 • 22:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Stadtvertretung hat einen neuen Grundsatzbeschluss beschlossen, dieses Mal für einen Neubau der VS Altenstadt ohne den Zusatz mit Einbeziehung des PFZ. VN/SCHWEIGKOFLER

Schule soll Kleingruppen erlauben und Platz für circa 12 Kinder mit besonderem Förderbedarf bieten. PFZ-Aus erst, wenn Bedingungen erfüllt sind.

Gernot Schweigkofler

Feldkirch Am Dienstagabend hat die Stadtvertretung mit den Stimmen von Volkspartei, Feldkirch blüht, Neos und Wir einen neuen Grundsatzbeschluss zum Bau der Volksschule Altenstadt abgesegnet. Im Gegensatz zum Beschluss von 2017, in dem die Einbindung der ersten sechs Schulstufen des Pädagogischen Förderzentrums (PFZ) vorgesehen war, findet sich diese Passage im neuen Beschluss nicht mehr. Das geht, wie vonseiten der Stadt betont wird, auf den Wunsch der Bildungsdirektion zurück, die zur Auffassung gekommen ist, dass in Feldkirch das Angebot an inklusiver Beschulung erhöht werden soll und zukünftig keine eigene Sonderschule in der Stadt mehr notwendig sei. Diese Entscheidung hat für viel Wirbel gesorgt. Nachdem sich die Stadtvertretung aufgrund von starken Protesten der Eltern eine Nachdenkpause verordnet hatte, wurde jetzt eine Einigung erzielt, die aber nicht unumstritten ist.

Schon vor der Sitzung wurde klar, dass der neue Grundsatzbeschluss auf Widerstand stoßen wird. Der Elternverein des PFZ hatte eine Demo organisiert: ihr Ziel war es, den Beschluss von 2017 beizubehalten. Politische Unterstützung dafür gab es von den Freiheitlichen und der SPÖ.

Neues Konzept für VS Altenstadt

Allerdings zeigte sich, dass bereits eine Einigung für ein neues Konzept für die VS Altenstadt erzielt worden war. Der Neubau der Schule soll auf einer soliden Dreizügigkeit, also auf zwölf Klassen basieren. Dabei soll Platz für ca. zwölf Kinder mit besonderem Förderbedarf geschaffen werden, die inklusiv unterrichtet werden sollen. Die Schule soll nach dem Clusterprinzip errichtet werden. Ein Cluster soll drei Klassenräume, zwei Gruppenräume und einen Marktplatz umfassen. Daneben entsteht Platz für Kleinklassen und Sanitäranlagen, die auch über Dusch- und Wickelmöglichkeiten verfügen. Die Aufteilung ermögliche es, klassenübergreifende Kooperationen zu stärken und überschaubare Einheiten zu schaffen. Wie Bürgermeister Wolfgang Matt betonte, ist der Schulbau nur eine Klammer, es sei nun natürlich auch die Bildungsdirektion gefordert, die die zentrale Frage des notwendigen Personals sicherstellen müsse.

Bedingungen für PFZ-Aus

Die Volksschule Altenstadt ist ein Mosaikstein am Weg zur Schließung des PFZ. Denn bevor es in Feldkirch keine Sonderschule mehr gibt, müssen weitere Bedingungen erfüllt sein. So muss etwa die Eingliederung der Berufsvorbereitungsklassen des PFZ an der Polytechnischen Schule gewährleistet werden und es muss genügend „inklusive“ Plätze an Feldkirchs Schulen geben. Am Ende wird es auch einen Stadtvertretungsbeschluss brauchen, auch das wurde im neuen Grundsatzbeschluss nochmals fixiert. Eltern, die ihr Kind trotzdem auf die Sonderschule schicken wollen, können das dennoch, müssen ab dann ihre Kinder aber nach Rankweil oder Schlins bringen. Das gilt auch für Kinder mit erhöhtem Betreungsbedarf aus Frastanz oder Göfis – für die wird es in Feldkirch keinen Platz mehr geben.

Ein Teil der Eltern zeigte sich im Vorfeld mit dem Erreichten zufrieden, der Elternverein will dagegen weiter für einen Erhalt der Sonderschule eintreten. Das Thema PFZ dürfte in Feldkirch jedenfalls noch nicht vom Tisch sein.