Aktiver Klimaschutz mit Mehrwert

Vorarlberg / 11.12.2019 • 18:33 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
In Meki wird durch die Universität für Bodenkultur geprüft, ob die Maßnahmen ordentlich umgesetzt werden. Illwerke vkw
In Meki wird durch die Universität für Bodenkultur geprüft, ob die Maßnahmen ordentlich umgesetzt werden. Illwerke vkw

Mit freiwilligen Entscheidungen leisten Unternehmer einen positiven Beitrag für das Klima.

Schwarzach Derzeit wird in Madrid die Weltklimakonferenz abgehalten. Politiker und NGOs aus aller Welt ringen um Strategien, die fortschreitende Erderwärmung zu stoppen oder zumindest abzuschwächen. Bereits vor über fünf Jahren riefen zehn Unternehmer das Klimaneutralitätsbündnis 2025 ins Leben – darunter die illwerke vkw, die das Bündnis koordinieren. Heute sind es bereits 139 Mitglieder im deutschsprachigen Raum. „Die Gründungsidee war, nicht auf die Politik zu warten, sondern selbst aktiv zu werden. Das Bewusstsein hat durch Greta Thunberg und die Fridays For Future-Bewegung zugenommen“, informiert Anna Maierhofer, Leiterin des Klimaneutralitätsbündnisses 2025. „In Kooperation mit Franz Josef Radermacher von der Universität Ulm wurde ein Weg erarbeitet, der Interessierten ermöglicht, ihren freiwilligen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, die Kräfte zu bündeln, um das 1,5-Grad-Celsius-Ziel der Vereinten Nationen zu erreichen“, so Maierhofer.

Unternehmensfußabdruck

Durch die Berechnung des Unternehmensfußabdrucks sowie die Kompensationsverpflichtung haben die Unternehmen eine Art „freiwillige, interne CO2-Steuer“ eingeführt. „Die im Unternehmensfußabdruck erhobenen Bereiche bekommen einen monetären Wert, der Investitionen in Reduktionsmaßnahmen erleichtert. Beispielsweise muss der Strommix kompensiert werden, was einige auch sehr große Unternehmen nun dazu gebracht hat, auf Strom aus Wasserkraft — also Ökostrom — umzustellen. Das war sonst nicht so populär, da es nur Mehrkosten waren“, zählt sie eine Stellschraube fürs Klima auf.

Eine weitere Intention sei, dass neben Unternehmen auch Privatpersonen aktiv werden. „Auch wenn wir im globalen Kontext gesehen nicht so einen immensen Beitrag leisten können, ist es wichtig, alles zu tun, was möglich ist. Denn wenn auch das Ziel mit 1,5-Grad-Celsius-Erwärmung sehr ambitioniert ist, müssen wir alles tun um zumindest in die Nähe zu kommen. Wenn wir nichts tun, sind wir derzeit am Weg zu 4-6 Grad Erderwärmung bis 2100. Da sind 2,5 Grad natürlich besser“, weiß sie von der Klimakonferenz in Kattowitz, die sie motiviert, auch privat immer wieder einen Beitrag zu leisten – wenn er auch noch so klein sei. Und wenn jeder so denkt und handelt, machen viele kleine Schritte auch einiges aus. „Es ist wichtig, dass sich Unternehmen und Privatpersonen bemühen, und es ist kein Beitrag zu klein. Wir begleiten die Unternehmen auf Ihrem Weg zur Klimaneutralität. Spätestens nach einem bestimmten Zeitraum müssen sie komplett klimaneutral sein.“

Projekt in Meki

Bis Ende letzten Jahres wurden im Bündnis gesamt 389.561 Tonnen CO2 kompensiert, also unvermeidbare Emissionen durch die Unterstützung hochwertiger Klimaschutzprojekte ausgeglichen. „Umgerechnet können damit 649.268 Bäume im Regenwald aufgeforstet werden, das entspricht rund 1000 Fußballfeldern“, freut sich die studierte Forstwirtin. Seit 2017 betreibt das Klimaneutralitätsbündnis mit der Caritas Vorarlberg Auslandshilfe ein Klimaschutzprojekt in Meki in Äthiopien. „Mit unterschiedlichen Maßnahmen wird nicht nur den Menschen vor Ort geholfen, sondern auch der CO2-Ausstoß reduziert.

Die Universität für Bodenkultur prüft vor Ort, ob die Maßnahmen ordentlich umgesetzt und die Mengen an CO2 wirklich eingespart werden.“ Gemeinsam mit den Gründungsmitgliedern übernehmen die illwerke vkw die Verpflichtung, die gesamte Kompensationsmenge abzunehmen und entweder für unsere Kompensation zu gebrauchen bzw. den Rest zu verkaufen. „Wir sind für alle interessierten Unternehmen offen – unabhängig von Branche, Standort und Größe. Das Bündnis soll wachsen und somit seinen Beitrag zum Klimaschutz stärken“, freut sie sich auf weitere Partner. VN-BEM

„Das Bündnis soll wachsen und somit seinen Beitrag zum Klimaschutz stärken.“

Maßnahmen in Meki

» 5000 Haushalte sind betroffen
» Einsparung ca. 25.000 Tonnen CO2

Pro Haushalt zwei effiziente Kochöfen,

Gemüsesamen zur Eigenversorgung; Forstpflanzen u.a. für Streu und Futter für die Tiere

» 1 WADI von Helio (Wasser durch Sonnenstrahlen desinfiziert)

» 1 solarbetriebene Lichtquelle

Fläche mit fünf heimischen Baumarten aufgeforstet

„Energie für unser Leben“ ist eine redaktionell unabhängige Serie der Vorarlberger Nachrichten mit Unterstützung von illwerke vkw.