Sonja Netzer brennt für den Weltcup Montafon

Vorarlberg / 11.12.2019 • 11:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Sonja Netzer übernimmt beim Weltcup die Funktion der Streckenposten-Chefin.

Die Montafonerin Sonja Netzer engagiert sich bereits das siebte Jahr für den Weltcup Montafon.

St. Gallenkirch Letztes Jahr stand sie bereits in den Startlöchern. Doch dann wurde der Weltcup Montafon aufgrund von Schneemangel abgesagt. Die Enttäuschung war groß bei Sonja Netzer. Denn sie brennt für das, was sie tut. Sonja ist eine der rund 200 freiwilligen Helfer und Helferinnen, ohne deren Unterstützung die große Sportveranstaltung am Schrunser Hochjoch nicht über die Bühne gehen könnte. Auch heuer musste die 59-jährige St. Gallenkirchnerin zittern. „Obwohl wir sehr wenig Schnee haben, gelang es, eine Rennstrecke zu bauen, wenn auch eine verkürzte“ freut sie sich, dass die Rennen heuer stattfinden können.

Der erste Snowboard-Weltcup im Montafon fand im Jahr 2012 statt. Schon damals war sie als Helferin mit dabei. „Ich war Streckenposten. Als solcher stehst du bis zu sieben Stunden neben der Rennpiste.“ Neun Streckenposten überwachen an Renn- und Trainingstagen die gesamte Strecke. „Sie sind für die Sicherheit verantwortlich. Wenn ein Rennläufer stürzt, müssen sie darauf achten, dass keiner mehr in die Piste hineinfährt. Dann müssen sie das Rennen oder das Training sofort mit einer Fahne stoppen“, zeigt Sonja auf, dass Streckenposten eine große Verantwortung haben und immer voll bei der Sache sein müssen. Ganz besonders gefordert sind sie beim Training. „Das ist am gefährlichsten, weil alle Läufer auf der Strecke sind.“ Unfälle seien nicht die Ausnahme, sondern die Regel. „Ein bis zwei schwere Unfälle gibt es fast immer“, weiß die langjährige Helferin. Auf deren Erfahrung greifen die Veranstalter gerne zurück. Deshalb machte man sie vor zwei Jahren auch zur Chefin der Streckenposten. Als solche muss sie darauf achten, dass jede Position immer besetzt ist. „Ich sage ihnen, was sie tun müssen und schaue darauf, dass es ihnen gut geht. Wenn einer auf die Toilette muss, springe ich für ihn ein.“ 

„Die Bilder vom Weltcup und vom Tal, meiner schönen Heimat, gehen in die ganze Welt. Das macht mich stolz.“

Sonja Netzer, freiwillige Helferin

Sonja gehört dem WSV St. Gallenkirch an. Dieser Verein stellt am meisten Helfer beim Snowboard- und Skicross-Weltcup. Das kommt nicht von ungefähr. Immerhin war es ein St. Gallenkirchner, der 2009 Weltmeister im Snowboardcross wurde: Markus Schairer. „Wegen ihm sind wir so engagiert“, sagt die 59-Jährige. Aber ihr starkes Engagement hat noch andere Gründe. „Die Bilder vom Weltcup und vom Tal, meiner schönen Heimat, gehen in die ganze Welt. Das macht mich stolz.“ Ihr Engagement rührt aber auch daher, dass sie dem WSV St. Gallenkirch mit Herzblut verbunden ist.

Der Verein kann seit vielen Jahren auf Sonja Netzer und ihren Mann Heinz zählen. Das Ehepaar begann sich einst wegen seiner Kinder für den Verein ehrenamtlich zu engagieren. „Unsere beiden Söhne fuhren als Kinder für den WSV Skirennen.“ Dass aus diesen richtige „Skikanonen“ wurden, ist also kein Zufall. Sonja selbst ging jede freie Minute mit ihren zwei Kindern Ski fahren. Heute profitiert Enkelin Julia (6) von der Ski-Passion ihrer Großmutter. „Ich nehme Julia oft mit ins Skigebiet. Sie ist schon eine Spitzenfahrerin“, freut sich ihre Ahna. 

Kein Muss und keine Last

Das ehrenamtliche Engagement beim WSV St. Gallenkirch und beim Weltcup Montafon ist für die Netzers kein Muss. „Wir haben es immer gerne gemacht.“ Wenn man dem Wintersport so enthusiastisch verbunden ist wie Sonja Netzer, dann empfindet man es nicht als Last, wenn man die Verantwortung für die Streckenposten und damit die Sicherheit der Rennläufer hat.

Die Veranstaltung hat noch gar nicht begonnen. Aber eines steht schon jetzt fest: Die Montafonerin wird kein Rennen versäumen. Denn: „Ich zeichne die Rennen immer auf, damit ich sie mir am Abend nochmals in aller Ruhe anschauen kann.“