TBC-Erreger hält Landwirte in Atem

Vorarlberg / 11.12.2019 • 19:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Experten vermuten, dass den aktuellen TBC-Fällen Infizierungen in der Vergangenheit zugrunde liegen.VN/Sams
Experten vermuten, dass den aktuellen TBC-Fällen Infizierungen in der Vergangenheit zugrunde liegen.VN/Sams

Schock nach massivem Fall in Bludenz. Tier im Unterland infiziert?

Bludenz Die betroffene Landwirtsfamilie im Großraum Bludenz ist nach dem positiven Hauttest bei 42 Tieren auf ihrem Hof am Boden zerstört. Man habe kein Vieh zugekauft und könne sich einfach nicht erklären, wie diese massive Durchseuchung möglich sei. Die Keulung des gesamten Bestandes scheint unausweichlich, in der Tierkörperverwertungsanalage werden derzeit Tiere am Fließband getötet.

Laut VN-Informationen sömmerten die Rinder des betroffenen Betriebes auf der Alpe Albona. Dass es dort viel zu viel Wild gebe, wie von Landwirtschaftsseite zum Teil behauptet wird, stimme nicht, heißt es von der Jägerschaft. „Die Alpe Albona befindet sich im Gemeindegebiet Klösterle. Das ist eine Vorzeigeregion in Bezug auf Reduzierung des Wildbestandes“, sagt Bezirksjägermeister Manfred Vonbank. Man finde in der Region nur noch zwischen fünf bis zehn Prozent jener Rotwildmenge, die es dort noch vor einigen Jahren gegeben habe. Vonbank verweist auch auf die stark reduzierte Zahl von TBC-infiziertem Rotwild. „Früher lagen wir diesbezüglich im zweistelligen Prozentbereich, jetzt sind es noch circa drei Prozent.“

Keine Frischinfektionen?

Für den Bezirksjägermeister scheint klar: „Diese tragischen Fälle von Infektionen mit dem TBC-Erreger sind keine Frischinfektionen. Einzelne Tiere eines Bestandes wurden vor mehreren Jahren infiziert. Bei den Tests hat man das dann aber vorerst nicht entdeckt. Die Tiere haben die Infektion über Jahre auf andere Tiere im Bestand übertragen. Und so ist es zu den tragischen Fällen in Nüziders und Bludenz gekommen.“ Die Jäger will Vonbank dennoch nicht aus ihrer Verantwortung entlassen. „Wir müssen weiterhin unseren Verpflichtungen nachkommen und dürfen in unseren Bemühungen auch nicht nachlassen. Das Problem ist nur gemeinsam in den Griff zu bekommen.“ So wie Landesrat Christian Gantner fordert auch Vonbank massive Anstrengungen in der Forschung, um den Stamm des TBC-Erregers herauszufinden.

Fall im Unterland?

Indes gibt es offensichtlich einen weiteren TBC-Verdachtsfall im Unterland. Eine Kuh soll dort positiv auf den Hauttest reagiert haben und steht vor der diagnostischen Tötung. Landesveterinär Norbert Greber wollte den Fall am Mittwoch nicht bestätigen.

Am Freitag erwartet Greber das Ergebnis der Organproben, die am betroffenen Hof im Großraum Bludenz entnommen wurden.

„Wir Jäger müssen weiterhin unseren Verpflichtungen nachkommen.“