Aufstand der Radfahrer beim Engelkreisverkehr

Vorarlberg / 13.12.2019 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Jung und Alt waren am Freitagnachmittag am Lustenauer Kreisverkehr unterwegs und demonstrierten für mehr Rechte für Radfahrer. VN/STEURER

Knapp 100 Teilnehmer trafen sich zu einer Protesttour und sorgten für Behinderungen im motorisierten Verkehr.

Lustenau „Ich will, dass ich meine Kinder mit gutem Gewissen vom Hasenfeld an den Bahnhof mit dem Rad fahren lassen kann“, redete sich Lastenradfahrer Ralph Hollenstein mitten am Engelkreisverkehr seinen Frust von der Seele, ehe er mit Dutzenden Gleichgesinnten zu einer Protesttour ins Ortszentrum und via Rathausstraße/Holzstraße zurück zur wohl gefährlichsten Stelle der Marktgemeinde fuhr.

Mehrere fürchterliche Unfälle

Am Engelkreisverkehr sind schon mehrere fürchterliche Unfälle mit Schwerverletzten als Folge passiert. Es gab auch schon ein Todesopfer. Viele Lustenauer fordern eine Entschärfung der Gefahrenstelle. Aus diesem Grund und auch um die Position der Radfahrer im Straßenverkehr generell zu stärken, waren bei unwirtlichen Wetterverhältnissen zahlreiche Pedalritter dem Aufruf der Radlobby Vorarlberg und des Radwerks Lustenau gefolgt und fuhren in der stark frequentierten Zone ihre Runden.

Unter den Teilnehmern, die mit Rikschas, Lastenrädern, Kikis oder gewöhnlichen Fahrrädern ausgestattet waren, fand sich einiges an Prominenz, darunter der Lustenauer Bürgermeister Kurt Fischer, der grüne Landtagsabgeordnete Daniel Zadra, sein Fraktionskollege aus Rankweil, Christoph Metzler, VCÖ-Aktivist Manfred Hagen und die Gemeinderäte Christine Bösch-Vetter, Daniel Steinhofer und Dietmar Haller.

„Fühlen uns verhöhnt“

Gerade auch vor dem Hintergrund der Mautbefreiung für den Autobahnabschnitt Hörbranz – Hohenems sieht sich die Radfahrlobby zum Protest genötigt. „Es kann nicht sein, dass immer erst schwere Unfälle passieren müssen, ehe gehandelt wird“, formulierte Veronika Rüdisser von der Radlobby ihren Unmut. Man fühle sich verhöhnt, wenn man höre, dass für Maßnahmen im Radverkehr kein Geld da sei. Für den Engelkreisverkehr fordert Elke Fitz vom Radwerk Lustenau deutliche Verbesserungen im Sinne der Radfahrer sowie die verpflichtende Ausstattung von Lkw mit Abbiegeassistenten.

Schließlich wurde auch noch ein Mahnmal, das sogenannte „Ghostbike“, aufgestellt.