Das wird eine schöne Bescherung

Vorarlberg / 13.12.2019 • 20:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die
Die „Christkindle“ Erwin Lohmer (2.v.l.) und Horst Veile-Reiter überreichten Andrea Kramer (r.) und Cornelia Rupp die Geschenke. VN/Paulitsch

Spende aus Deutschland für Kinder in Vorarlberg.

Bregenz An Weihnachten Geschenke bekommen? Für zahlreiche Kinder in Vorarlberg ist das keine Selbstverständlichkeit. Der Vorarlberger Familienverband betreut im Auftrag der Kinder- und Jugendhilfe aktuell 52 Kinder, die in prekären Familienverhältnissen aufwachsen. „Da ist es nicht selbstverständlich, dass es regelmäßig Mahlzeiten gibt, da fehlt es ganz häufig an Struktur, der ganze Haushalt ist nicht wirklich in Ordnung“, schildert Geschäftsführerin Andrea Kramer. Heuer bekommen auch jene Kinder, bei denen meist nichts unter dem Weihnachtsbaum liegt, eine kleine Überraschung. Am Freitag lieferten zwei Direktoren der Kliniken Waldburg-Zeil die Geschenke in das Büro des Vorarlberger Familienverbandes.

Seit über 20 Jahren

„Wir arbeiten schon seit über 20 Jahren mit Vorarlberg in der Nachversorgung von Krankenhausbehandlungen zusammen. Auf einer Krippenausstellung, wo du davor stehst und dir Gedanken machst, wie Weihnachten noch schöner werden könnte, haben wir über die Frau Kramer erfahren, dass es in Vorarlberger Kinder gibt, die gar nichts haben“, berichtet Horst Veile-Reiter von der Klinik in Neutrauchburg.

Die Waldburg-Zeil-Kliniken sind ein privater Klinikverbund mit 13 Einrichtungen in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt. Nach dem Gespräch auf der Krippenausstellung wurden Merchandising-Artikel ausgesucht, die Kindern Freude machen. Geworden ist es ein Rucksack mit einem Handtuch, einem Spiel und etwas Süßem drinnen. „Der Gedanke war: Lasst die Kinder doch einmal baden gehen“, erläutert Veile-Reiter.

Kein Spielzeug

Cornelia Rupp betreut täglich Familien, die nicht die Möglichkeiten haben ihren Kindern etwas zu bieten. Sie durchleben besondere Krisen und Konflikte, haben Schwierigkeiten, den Alltag zu bewältigen, kommen mit den Finanzen nicht klar, manchen fehlt es auch an kognitiven Fähigkeiten. Die Familienpädagogin kennt Kinder, die keine Spielsachen haben, „die nicht einmal ein Puzzle kennen“. Besonders dramatisch ist ein aktueller Fall. „Die Wohnung ist quasi leer. Da steht eine große Couch drinnen, ein kaputtes Gitterbett und das Bett der Mama ist mittlerweile auch kaputt. Vor Weihnachten wäre fast eine Delogierung passiert. Aufgrund der Situation wohnen die Kinder teilweise nicht mehr zu Hause“, erzählt Cornelia Rupp.

Durch die Unterstützung aus Deutschland können die Sozialbetreuerinnen für Familienarbeit den 52 Vorarlberger Kindern an Weihnachten zumindest eine kleine Freude bereiten. „Wir freuen uns total, dass wir ihnen das schenken können“, unterstreicht Cornelia Rupp und merkt an: „Man schickt immer Spenden ins Ausland, aber eigentlich ist es bei uns nebenan genauso.“ vn-ger

„Da ist es nicht selbstverständlich, dass es regelmäßig Mahlzeiten gibt.“