In Zerstörungswut ÖBB-Schutzglas zertrümmert

Vorarlberg / 13.12.2019 • 22:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte kann sich kein Motiv erklären, warum er damals in alkoholisiertem Zustand diesen schwerwiegenden Vandalenakt begangen hat. eckert
Der Angeklagte kann sich kein Motiv erklären, warum er damals in alkoholisiertem Zustand diesen schwerwiegenden Vandalenakt begangen hat. eckert

Geldstrafe für 32-Jährigen, der in Halloween-Nacht in Lochau 31.000 Euro Schaden verursachte.

Feldkirch Im Großen und Ganzen verlief die vergangene Halloween-Nacht ohne größere Beschädigungen. Doch Lochau bildet eine Ausnahme. Dort, wo große Verbundglasscheiben die Zugänge zu den Bahnsteigen sichern, besteht derzeit eine Mischung aus glitzernden zerborstenen Scheiben und unversehrten Flächen.

In der Nacht des 31. Oktobers beschädigte ein 32-jähriger betrunkener Serbe böswillig die Glasflächen. Motiv kann er bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch keines nennen. Er kam alkoholisiert von einer Halloween-Party und schlug mit einem stumpfen Gegenstand gegen die Scheiben. Kein Streit, keine Provokation war dem Vandalenakt vorangegangen.

Beträchtlicher Schaden

Da die Scheiben aus Sicherheitsgründen aus speziellem Verbundglas hergestellt sein müssen und eine Größe von 1,6 mal 1,6 Meter aufweisen, summiert sich der Sachschaden. Die ÖBB-Infrastruktur AG beziffert ihn mit 31.000 Euro. Und die Gesellschaft will diesen Schaden ersetzt haben. Der Angeklagte, der sich während des gesamten Prozesses sehr ruhig verhält, nickt und sieht ein, dass er diese Kosten übernehmen muss. Wie, ist noch unklar, denn bereits für die Strafe erbitten er und seine Frau Ratenzahlung. Dabei ist die für die schwere Sachbeschädigung zu bezahlende Geldbuße mit 480 Euro unbedingt und 480 Euro auf Bewährung noch relativ überschaubar. Raten zu je 50 Euro werden vom Richter genehmigt.

Der Angeklagte ist Hilfsarbeiter, hat vier kleine Kinder und seine Frau ist in Karenz. Er ist Alleinverdiener und verfügt über keinerlei finanzielle Reserven oder Vermögen.

Kaum etwas zu holen

Im Gegenteil, ein Kredit in der Höhe von 50.000 haftet noch aus. Aufgenommen für die Hochzeit. Das Verfahren verläuft zügig, der Mann gibt alles zu. Vor der Polizei stritt er die Tat noch ab, doch Zeugenaussagen ließen nicht viel Spiel, so gestand der Angeklagte bei seiner zweiten Einvernahme. Warum er die Scheiben eingeschlagen hat, kann er nicht sagen, es tue ihm leid und er wolle sich dafür entschuldigen. Auf schwere Sachbeschädigung stehen bis zu zwei Jahre Haft.

Mildernde Umstände

Dass der Angeklagte unbescholten und geständig ist, wirkt sich mildernd aus. Ebenso seine damals eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit. Alkoholisierung ist nicht immer mildernd zu werten. Weiß jemand beispielsweise, dass er aggressiv reagiert, wenn er betrunken ist, kann ein Rausch auch strafverschärfend wirken. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die 31.000 Euro Schadenersatz, die der ÖBB zugesprochen werden, können 30 Jahre lang ohne zusätzlichen Verfahrensaufwand eingefordert werden. Bleibt der Mann aufgrund seiner umfangreichen Sorgepflichten knapp bei Kasse, machen auch Exekutionsversuche keinen Sinn. EC