Offene Rinder-TBC auf Bludenzer Hof

Vorarlberg / 13.12.2019 • 20:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Hauttest liefert den Tierärzten erste Informationen.Berchtold
Der Hauttest liefert den Tierärzten erste Informationen.Berchtold

Der gesamte Bestand muss gekeult werden, 65 Tiere betroffen.

Bludenz, Bregenz Die bittere Wahrheit für die Bludenzer Landwirtsfamilie ist jetzt amtlich. Nach Vorliegen der ersten Befunde über die Organproben der diagnostisch getöteten Tiere steht fest: Die Infektion mit Tuberkulose ist nachgewiesen. Das teilte die Abteilung für Veterinärangelegenheiten im Amt der Vorarlberger Landesregierung am Freitag mit. Aufgrund der großen Zahl an Reagenten im Betrieb beim durchgeführten Hauttest, muss – wie die VN berichteten – auf Grundlage des Tierseuchengesetzes in Absprache mit dem zuständigen Ministerium gänzlich geräumt werden. Das heißt: Alle noch auf dem Betrieb befindlichen 50 Rinder und Kühe müssen getötet werden.Aufgrund der derzeit vorliegenden Untersuchungsergebnissen müssen zudem auch fünf Kontaktbetriebe in Vorarlberg und zwei im benachbarten Tirol gesperrt werden.

Betroffen ob Dimension

In diesen Kontaktbetrieben muss nun ebenfalls der gesamte Bestand untersucht werden. Mit den Ergebnissen dieser Untersuchung wird bis Mitte kommender Woche gerechnet. Wie viele Betriebe bzw. Tiere schlussendlich betroffen sind, werden die Ergebnisse der noch ausständigen Untersuchungen zeigen.

Bestätigt hat am Freitag der Bludenzer Bezirkshauptmann Johannes Nöbl einen weiteren Verdachtsfall auf einem Hof in seinem Bezirk. Das Tier zeigte beim Hauttest eine positive Reaktion und musste diagnostisch getötet werden. Auch eine Kuh auf einem Hof im Unterland erfuhr das gleiche Schicksal, nachdem auch dieses Tier beim Hauttest positiv reagiert hatte.

Der Bludenzer Bezirkshauptmann zeigte sich ob der Dimension der TBC-Problematik in seiner Region betroffen. „Tatsächlich bereitet uns diese Dimension natürlich große Sorgen. Es sitzen bei uns jetzt viele Bauern auf Nadeln, da noch nicht feststeht, ob und wie stark die Infektion in den Kontaktbetrieben vorhanden ist. Nöbl regt an, dass die TBC-Untersuchungen intensiviert werden. „Ich befürchte, dass auch für die Jagd noch einiges zu tun bleibt. Es scheint so, als ob das, was bisher gemacht wurde, noch zu wenig ist. Wir müssen die Infektionsrate beim Wild noch mehr reduzieren“, fordert der Bezirkshauptmann. Im Bezirk Bludenz arbeiten die Tierärzte derzeit mit Hochdruck. „Leider ist uns gerade jetzt eine Amtstierärztin ausgefallen“, bedauert Nöbl.

Hilfszusage

Landesrat Christian Gantner (ÖVP, 38) beurteilt die Situation etwas anders. Er spricht von einem engmaschigen Untersuchungsnetz in Vorarlberg. „Dem ist es zu danken, dass es gelingt, TBC-Fälle in Viehbeständen zu erkennen und prompt die Maßnahmen einzuleiten.“ Sein Mitgefühl gehöre den betroffenen Familien. Gantner sichert ihnen die rasche Hilfe des Landes aus dem Tiergesundheitsfonds zu. „Emotional ist die Situation natürlich trotzdem für die Betroffenen enorm belastend.“ VN-HK