Aktuelles Recht: Apotheke für Tosters?

Vorarlberg / 15.12.2019 • 11:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Von Mag. Maximilian Maier, Rechtsanwaltsanwärter in Götzis.

Im Gegensatz zur Schweiz und zu Deutschland – in diesen Ländern gilt eine Niederlassungsfreiheit für Apotheken – haben Apotheker, die in Österreich eine neue Apotheke errichten möchten, ein aufwendiges und mitunter kostenintensives Bedarfsprüfungsverfahren zu führen. Ein solches Verfahren findet derzeit auch für das Vorhaben statt, um in Tosters eine neue Apotheke zu errichten.

Verfahren

Proklamiertes Ziel des Gesetzgebers ist es, durch das Bedarfsprüfungsverfahren mit einer „Existenzgefährdungsprüfung“ der bereits am Standort bestehenden Apotheken die Arzneimittelversorgung für die Bevölkerung sicherzustellen. Der Gesetzgeber vermutet, dass eine Niederlassungsfreiheit für Apotheken zu einem Konkurrenzwettbewerb unter den Apotheken führen könnte.

Veränderung

Das Berufsbild des Apothekers hat sich erheblich gewandelt, so bspw. durch Onlineapotheken. Die magistrale Herstellung von Arzneimitteln wurde inzwischen auf ein Minimum reduziert. Ähnlich dem Einzelhändler, gibt der Apotheker von heute abgepackte Arzneimittel ab und bietet dazu eine qualifizierte Beratung.

Zeitgemäß?

Statistiken zeigen, dass Österreich im europäischen Vergleich sowohl bei der qualitativen als auch bei der quantitativen Versorgung (Anzahl von Apothekenbetriebe pro Einwohner) nicht so gut abschneidet.

Obwohl es Gemeinden in Österreich gibt, die für viele junge Apotheker ein attraktives Umfeld für eine Neugründung anbieten würden, gibt es in Österreich nach wie vor viele Hürden, die es zu bewältigen gilt.