Rankweil kauft Häusle-Villa

Vorarlberg / 16.12.2019 • 18:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Häusle-Villa im Zentrum von Rankweil wurde von der Marktgemeinde erworben. Wie sie genutzt werden wird, ist noch unklar. VN/Schweigkofler
Die Häusle-Villa im Zentrum von Rankweil wurde von der Marktgemeinde erworben. Wie sie genutzt werden wird, ist noch unklar. VN/Schweigkofler

Marktgemeinde setzt sich im Bieterverfahren durch. Gebäude soll öffentlich genutzt werden.

Rankweil Die um 1900 errichtete Häusle-Villa in Rankweil hat in der Gemeinde seit Jahren für Ärger gesorgt. Denn mangels Sanierungsmaßnahmen der bisherigen Besitzer verfiel das Gebäude zusehends. Anfangs 2016 wurden vom Bundesdenkmalamt Notmaßnahmen gesetzt, um das Gebäude zu erhalten. Trotzdem galt das Gebäude in Rankweil als Schandfleck. Im Herbst wurde das Gebäude zum Verkauf angeboten. In einem Bieterverfahren hat sich mittlerweile die Marktgemeinde Rankweil durchgesetzt und die Villa sowie das dazugehörige Stickereigebäude am 839-Quadratmeter-Grundstück in zentraler Lage erworben. „Der Erhalt dieses historisch wertvollen Gebäudes muss im öffentlichen Interesse liegen“, erklärt Bürgermeisterin Katharina Wöß-Krall, warum die Gemeinde hier im Bieterverfahren mitmischte. Zudem befänden sich zwei nördlich bzw. östlich angrenzende Grundstücke bereits im Gemeindebesitz. Zum Kaufpreis wollte die Gemeindechefin nichts sagen, man habe mit dazu Stillschweigen vereinbart.

Nutzung noch offen

Wie die Villa genutzt würde, das könne man noch nicht sagen, lässt Wöß-Krall die VN wissen. „Sicher ist jedenfalls, dass wir das Gebäude einer öffentlichen Nutzung zuführen werden.“ Diese Nutzung werde beeinflussen, ob es zu einer Verbindung der beiden Gebäudeteile Villa und Stickerei kommen könnte: Die schließt das Bundesdenkmalamt bei „einer qualitativ hochwertigen Lösung“ nicht aus.

Das Denkmalamt wird jedenfalls mitreden. Für die Denkmalschützer ist die Häusle-Villa ein „Zeugnis für den Wohlstand, der durch die Stickerei ermöglicht wurde“. Barbara Keiler, Denkmalamt-Leiterin in Vorarlberg, erklärte bereits im Oktober, dass beispielsweise am Grundriss in der Villa nur kleine Veränderungen möglich sein werden. Es müssen jedenfalls möglichst viel Täfer, Böden etc. erhalten bleiben. Auch außen legt man beim Denkmalamt Wert darauf, dass Fenster, Putze und Farbe, Fachwerk und das Dach möglichst unverändert bleiben. Was möglich ist, sind thermische Maßnahmen oder das Herstellen der Barrierefreiheit im Erdgeschoß.

Im Rankweiler Rathaus will man jetzt jedenfalls ersteinmal genau über eine mögliche Nachnutzung nachdenken. Im Budget seien aber bereits Kosten für die Planungsarbeiten vorgesehen, erklärt die Bürgermeisterin. Denn dass eine umfassende Sanierung notwendig ist, ist augenscheinlich. Das Potenzial, aus dem Schandfleck ein richtiges Schmuckstück zu machen, ist aber gegeben.