Vom Fremdsein und Weihnachten

Vorarlberg / 16.12.2019 • 18:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im Gang des Krankenhauses Feldkirch wurde mit Musik und Lesung eine alpenländische Weihnacht gefeiert. Heilmann (2)
Im Gang des Krankenhauses Feldkirch wurde mit Musik und Lesung eine alpenländische Weihnacht gefeiert. Heilmann (2)

Alpenländische Weihnacht begeisterte im LKH Feldkirch.

Feldkirch Ein Krankenhausflur ist nicht der nächstliegende Ort, um eine alpenländische Weihnacht in der vorweihnachtlichen Bergheimat zu feiern. Klaus Christa und Freunden gelang dies dennoch ausgezeichnet. Klänge aus der Heimat wurden durch Klänge aus fernen Ländern und nachdenklich stimmenden Texten ergänzt.

Ausgehend von Karl Valentins Zitat „Fremd ist der Fremde nur in der Fremde“ wurden die Zuhörer auf eine Reise vom Alpenland durch verschiedene Kulturen und Religionen mit grenzüberschreitender Musik und Literatur entführt. So war der Auftritt zugleich ein Manifest gegen die Ausgrenzung und für die Verständigung zwischen den Menschen.

Vergnügliche Texte

Dabei las Gotthard Bilgeri auch einige vergnügliche Geschichten über Weihnachten vor. In Franz Hohlers „Weihnachten – wie es wirklich war“ braucht der Erzähler fünf Anläufe, um die Weihnachtsgeschichte in die richtige Reihenfolge und Ordnung zu bringen. Wer wackelte nun mit den Ohren, das Jesuskindlein oder doch der Esel? Am Ende wurden die einzelnen Puzzleteile der Weihnachtsgeschichte wieder richtig zusammengesetzt.

Advent der Rekorde

Wie Weihnachten in Zeiten Trumps effekthascherischer Superlative klingen mag, ließ ein Text von Hermann Härtel erraten: Die allermeisten Lichterketten, der höchste Christbaum, die größte Christbaumkugel und das größte Vanillekipferl, die stillste Nacht, der zutraulichste Ochse, der berühmteste Josef, der treueste Esel, die gütigste Maria, die wärmste Geborgenheit und der gastlichste Stall reihten sich dicht aneinander.

Musikalische Reise

Musikalisch reichte die Reise von der „Üsküdar‘a Gider İken“ bis zu Tom Waits „Time“, dessen Appell an die Liebe Klaus Christa sehr schön in wienerischem Dialekt vorsang. In ungewöhnlicher Besetzung ließen Claudia Christa (Flöte), Klaus Christa (Viola), Elias Menzi (Hackbrett) und Matthias Härtel (Kontrabass, Mandoline, Gitarre), der auch die hierzulande selten gesehene Nyckelharpa spielte, besinnlich Weihnachten erklingen. Das Konzert fand in der Reihe „kukuk – Kultur und Kunst und Krankenhaus“ statt. HE

Matthias Härtel mit der Nyckelharpa, ein Instrument, das man nur selten hört.
Matthias Härtel mit der Nyckelharpa, ein Instrument, das man nur selten hört.