Statistik: Weiße Weihnachten im Rheintal sind selten

Vorarlberg / 16.12.2019 • 12:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
VN/Lerch
VN/Lerch

Im Rheintal ist Schnee am 24. Dezember eher die Ausnahme denn die Regel.

Johannes Huber

SCHWARZACH In Tallagen sind weiße Weihnachten eher die Ausnahme denn die Regel, wie Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) im Gespräch mit den VN erklärt: „Das kommt selten vor.“ Von Schneefällen in der Weihnachtsnacht gar nicht zu reden. Ein Blick in die Aufzeichnungen für die letzten 70 Jahre bestätigt das. Vor allem in den vergangenen Jahren herrschten in Vorarlberg geradezu frühlingshafte Verhältnisse.

„Historisches Ereignis“

Die ZAMG erfasst an einigen Messstationen im Land die genauen Daten. Ergebnis: In Bregenz war die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten in den 1960er- und 1970er-Jahren am größten. Damals belief sie sich auf 50 Prozent. In den milden 1950er-Jahren war sie niedriger, seither ist sie dies ebenfalls. Am 24. Dezember zum letzten Mal Schnee registriert wurde in der Landeshauptstadt 2010. Dabei handelte es sich um zehn Zentimeter. Wobei in diesem Jahr auch in der Weihnachtsnacht ein paar Zentimeter fielen. Was in diesen Lagen überhaupt sehr selten vorkommt. In Bregenz war dies zuvor beispielsweise 1993 und 1986 der Fall. Womit ein solches Ereignis fast schon in die Kategorie „historisch“ fällt.

In Feldkirch ist die Wahrscheinlichkeit für ein weißes Fest kaum größer. Hier hatte es zuletzt nicht nur 2010, sondern auch 2011 etwas Schnee. Wenn, dann gibt es in der Montfortstadt zum Teil deutlich mehr Schnee als in der nur 30 Kilometer entfernt, aber etwas niedriger liegenden Festspielstadt. Konkret: In Bregenz hatte es in den vergangenen 70 Jahren nur einmal mehr als 20 cm: 1969 war das mit 25 cm, wie den ZAMG-Aufzeichnungen zu entnehmen ist. In Feldkirch hatte es dagegen drei Mal mehr als 20 cm, 1981 handelte es sich sogar um ganze 40 cm.
Ein Grund für die alles in allem spärliche Pracht zur Weihnachtszeit sind die relativ hohen Temperaturen. Gerade in den 2010er-Jahren befanden sie sich am 24. Dezember weit über dem langjährigen Durchschnitt. In den vergangenen sieben Jahren hatte es in Bregenz tagsüber gleich vier Mal über zehn Grad. 2013 handelte es sich um 15,7 Grad, ja am folgenden Christtag kletterte das Thermometer sogar auf 17,9 Grad.

Nirgends eine Garantie

„Generell muss man sagen, dass der Dezember noch nicht der Monat ist, in dem es am kältesten wird. Auch die großen Schneemengen kommen oft erst im Jänner oder Februar“, analysiert Orlik. „Zuvor sind der Atlantik und das Mittelmeer, aber auch der Bodensee, der sich auf die Verhältnisse im Rheintal auswirkt, noch recht warm. Das führt dazu, dass immer wieder Warmluft aufkommt.“ Eine Garantie für weiße Weihnachten gibt es nirgends. In höheren Lagen ist die Wahrscheinlichkeit dafür aber noch immer sehr groß: In Schoppernau und Langen am Arlberg registrierte die ZAMG in der Vergangenheit meist Schnee, selbst in den warmen 2010er-Jahren taten die Meteorologen das dort an sieben von neun bisher möglichen Malen.

Geringere Schneehöhen

Was aber auch in den Hochtälern auffällt, ist, dass die Schneehöhen am 24. Dezember zurückgegangen sind. Von 1950 bis Anfang der 1980er-Jahre betrug sie in Langen vier Mal an die zwei Meter und einmal knapp eineinhalb Meter. Seither ist sie nur einmal an die Eineinhalb-Meter-Marke herangekommen: 2011 mit 143 cm.