Ein vielfältiges Aufgabengebiet

Vorarlberg / 17.12.2019 • 17:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Kornelia Czitschatge bietet umfassende Hilfestellungen. BI
Kornelia Czitschatge bietet umfassende Hilfestellungen. BI

Kornelia Czitschatge arbeitet in der Hauskrankenpflege.

Raggal Seit rund zwanzig Jahren ist Kornelia Czitschtage in der Hauskrankenpflege im Großen Walsertal tätig. Außerdem fungiert die Gesundheitsfachfrau auch als MOHI-Einsatzleiterin in diesem Gebiet. Beides sind abwechslungsreiche Tätigkeiten mit unterschiedlichsten Herausforderungen. Doch Czitschatge liebt Herausforderungen.

 

Wie kamen Sie zur Hauskrankenpflege?

Czitschatge Nach meinem Diplom als Gesundheits- und Krankenschwester vor 26 Jahren war ich auf einigen Stationen im Landeskrankenhaus Feldkirch, auf der HNO, der Unfallstation und im Herzkatheder-Labor. Als wir dann ein Haus in Raggal gebaut haben, kam für mich erstmals die Hauskrankenpflege in Frage. Manche Leute haben gesagt, dass mir da bestimmt langweilig werden würde. Das war vor 20 Jahren – aber ich bin immer noch mit Begeisterung dabei.

 

Was gefällt Ihnen daran besonders?

Czitschatge Mich interessieren Menschen, außerdem finde ich das Kennenlernen von unterschiedlichen Lebenswelten spannend. Die Hauskrankenpflege bietet einen sehr intimen Bereich – man lernt die Patienten und deren Umfeld sehr gut kennen. Unsere Arbeit besteht nicht nur am Patienten selber, sondern bedeutet auch viel Vernetzungsarbeit – mit den Hausärzten, dem Case-Management, dem MOHI und so weiter. Zudem führen wir auch Beratungen für das Pflegegeld oder Medikamentenbefreiung durch. Wir erhalten sehr viel Wertschätzung für unsere Tätigkeit. Das macht unseren Beruf so schön.

 

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Czitschatge Ich betreue zehn bis 15 Patienten pro Tag, die alle ganz unterschiedliche Anliegen und Bedürfnisse haben. So kann es sein, dass ich beim ersten Patienten eine offene Wunde zu versorgen habe, beim nächsten ist eine Ganzkörperwaschung durchzuführen, bei einem weiteren müssen die Zuckerwerte und der Blutdruck gemessen werden. Bei anderen Patienten geht es um eine Demenzerkrankung. Gespräche mit Angehörigen müssen geführt werden. Wird jemand inkontinent, dann erfordert dies, Pflegebehelfe zu bestellen. Jeder Tag ist höchst abwechslungsreich.

 

Stichwort Demenz-Erkrankung: Wie geht es Ihnen damit?

Czitschatge Ich habe zwar Validation gelernt, komme aber manchmal auch an meine Grenzen. Es macht natürlich einen Unterschied, ob ich nur für eine kurze Zeit am Tag beim Patienten bin oder wie manche Angehörigen diese rund um die Uhr betreue. Es ist emotional sicher eine große Herausforderung.

 

Sie arbeiten nun 20 Jahre in der Pflege. Welche Veränderungen nehmen Sie wahr?

Czitschatge Früher nahmen Angehörige kaum Entlastung in Anspruch. Da war meistens ein Familienangehöriger zu Hause und übernahm die Pflege. Mittlerweile ist es so, dass doch mehrere Familienmitglieder berufstätig sind. Hilfsdienste wie der MOHI werden wesentlich häufiger in Anspruch genommen.

 

Sie betreuen ein großes Einzugsgebiet. Sind die Fahrtwege nicht sehr anstrengend?

Czitschatge Wir sind zu viert im Team und arbeiten schon jahrzehntelang zusammen. Das klappt sehr gut! Auch vom Verein erhalten wir viel Wertschätzung. Unser Betreuungsgebiet erstreckt sich über das Große Walsertal bis nach Damüls. Wenn die Häuser von Patienten exponiert liegen, ist dies im Winter eine Herausforderung. Aber ich mag es, nach einem Besuch im Auto eine Strecke hinter mich zu legen und mich auf den nächsten Patienten einzustellen. BI

Zur Person

Kornelia Czitschatge

Geboren 10. November 1972

Familie verheiratet, eine Tochter

Beruflicher Werdegang Diplom. Gesundheits- und Krankenschwester, Zusatzlehrgänge Palliativ und Validation

Hobbys wandern, lesen, Skitouren, Radfahren, in der Natur sein