Kritik an Unterversorgung bei Kinderärzten

Vorarlberg / 17.12.2019 • 20:31 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

SPÖ fordert Primärversorgungszentren und verpflichtende Anstellung von Fachmedizinern.

Bregenz Mehr Kinderärzte braucht das Land, fordert die SP Vorarlberg und verweist auf 85.000 Kinder und Jugendliche, denen gerade einmal 20 Kinderärzte gegenüberstehen. „Alle Bezirke sind unterversorgt“, monierte Gesundheitssprecherin LAbg. Elke Zimmermann am Dienstag. Verlangt wird die schnellstmögliche Realisierung der drei geplanten Primärversorgungseinheiten sowie die verpflichtende Anstellung von Kinderärzten in diesen Einrichtungen.

Eine dieser Primärversorgungseinheiten sollte nach den Vorstellungen von SPÖ-Stadtrat Markus Fäßler in Dornbirn situiert werden. „Am besten im Bereich des Krankenhauses“, konkretisierte er. Die SPÖ-Vertreter sehen in dieser Frage generell ein Versäumnis des Landes. „Obwohl seit Jahren in Diskussion, ist bis heute nicht klar, wo und wann diese Zentren entstehen noch welche Berufsgruppen dort tätig sein sollen“, kritisierte Zimmermann.

Die SP-Landtagsabgeordnete urgiert außerdem bessere Rahmenbedingungen für junge Ärzte. Auch hier muss ihrer Meinung nach das Land tätig werden, obgleich formal die Vorarlberger Gebietskrankenkasse für die Schaffung und Nachbesetzung von Kassenstellen zuständig ist. Ausschreibungen würden jedenfalls kaum Erfolge bringen, brachte sie als Akutfall die Stadt Dornbirn ins Spiel.

Im gesamten Bezirk gibt es fünf Kinderärzte, drei davon haben ihre Praxis in Dornbirn. Demnächst geht ein Kinderarzt, der jahrelang ein großes Patientengut betreute, in Pension. „Leider gibt es bis heute keine Interessenten für die Nachfolge“, merkte Markus Fäßler an. Jedenfalls dürfe es nicht so weit kommen, dass die Gesundheitsversorgung der Kinder vom Einkommen der Eltern abhänge. VN-MM