Rankweil kauft Häusle-Villa

Vorarlberg / 17.12.2019 • 08:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Marktgemeinde Rankweil hat sich die Häusle-Villa samt dazugehörigem Stickereigebäude gesichert. Die Nutzung ist noch unklar, es stehen jedenfalls umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an. VN/SCHWEIGKOFLER

Marktgemeinde setzt sich im Bieterverfahren durch. Gebäude soll öffentlicher Nutzung zugeführt werden.

Gernot Schweigkofler

Rankweil Die um 1900 errichtete Häusle-Villa in Rankweil hat in der Gemeinde seit Jahren für Ärger gesorgt. Denn mangels Sanierungsmaßnahmen der bisherigen Besitzer verfiel das Gebäude zusehends. Anfang 2016 wurden vom Bundesdenkmalamt Notmaßnahmen gesetzt, um das Gebäude zu erhalten. Trotzdem galt das Gebäude in Rankweil als Schandfleck. Im Herbst wurde das Gebäude zum Verkauf angeboten. In einem Bieterverfahren hat sich mittlerweile die Marktgemeinde Rankweil durchgesetzt und die Villa sowie das dazugehörige Stickereigebäude auf dem 839-Quadratmeter-Grundstück in zentraler Lage erworben. „Der Erhalt dieses historisch wertvollen Gebäudes muss im öffentlichen Interesse liegen“, erklärt Bürgermeisterin Katharina Wöß-Krall, warum die Gemeinde hier im Bieterverfahren mitmischte. Zudem befänden sich zwei nördlich bzw. östlich angrenzende Grundstücke bereits im Gemeindebesitz. Zum Kaufpreis wollte die Gemeindechefin nichts sagen, man habe dazu Stillschweigen vereinbart.

Nutzung noch offen

Wie die Villa zukünftig genutzt werde, das könne man nicht sagen, lässt Wöß-Krall die VN wissen. „Sicher ist jedenfalls, dass wir das Gebäude einer öffentlichen Nutzung zuführen werden.“ Diese Nutzung werde auch beeinflussen, ob es zu einer möglichen Verbindung der beiden Gebäudeteile Villa und Stickerei kommen könnte, die das Bundesdenkmalamt bei „einer qualitativ hochwertigen Lösung“ nicht ausschließt.

Das Denkmalamt wird jedenfalls mitreden. Für die Denkmalschützer ist die Häusle-Villa ein „Zeugnis für den Wohlstand, der durch die Stickerei ermöglicht wurde“. Barbara Keiler, Leiterin des Bundesdenkmalamts in Vorarlberg, erklärte bereits im Oktober, dass beispielsweise am Grundriss in der Villa nur kleine Veränderungen möglich sein werden. Es müssten aber jedenfalls möglichst viel Täfer, Böden etc. erhalten bleiben. Auch außen legt man beim Denkmalamt Wert darauf, dass Fenster, Putze und Farbe, Fachwerk und auch das Dach möglichst unverändert erhalten bleiben. Was möglich ist, sind thermische Maßnahmen oder auch das Herstellen der Barrierefreiheit im Erdgeschoß.

Im Rankweiler Rathaus will man jetzt jedenfalls erst einmal genau über eine mögliche Nachnutzung nachdenken. Im Budget, das heute Abend beschlossen werden soll, seien aber bereits Kosten für die Planungsarbeiten vorgesehen, erklärt die Bürgermeisterin. Denn dass eine umfassende Sanierung notwendig ist, ist augenscheinlich.