Tierschützer verlassen Arbeitsgruppe

Vorarlberg / 17.12.2019 • 18:40 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der VGT demonstriert regelmäßig gegen Tiertransporte. VGT
Der VGT demonstriert regelmäßig gegen Tiertransporte. VGT

VGT kann sich nicht mit dem geplanten Endbericht der Kälbertransport-Taskforce identifizieren.

Bregenz Eigentlich hätte der Bericht der Arbeitsgruppe zu Tiertransporten – Taskforce genannt – schon längst präsentiert werden sollen (die VN berichteten). Zwar wartet die Öffentlichkeit noch immer auf das Ergebnis, für Diskussionen sorgt der Bericht allerdings bereits. Am Dienstag gab der Verein gegen Tierfabriken (VGT) bekannt, aus der Taskforce auszusteigen, was nun Tempo in die Sache bringt. Der Bericht soll diese Woche präsentiert werden.

Was ist unbedingt erforderlich?

Die Geschichte der Taskforce reicht Monate zurück. Nachdem im April Kälbertransporte nach Bozen gestoppt wurden, setzte Agrarlandesrat Christian Gantner (ÖVP) eine Arbeitsgruppe ein. Sie soll prüfen, wie Transporte reduziert werden können. Geplanter Präsentationstermin war Ende Mai. Doch der Vorsitzende der Taskforce musste aus Krankheitsgründen absagen, mit Susanne Waiblinger von der Veterinäruniversität Wien fand Gantner einen Ersatz. Am 19. Juni traf sich die Taskforce zum ersten Mal, einem zweiten Treffen folgte eine Exkursion. Mittlerweile existiert ein vorläufiger Bericht, mit dem der VGT allerdings nichts anfangen kann. Deshalb steigt er aus.

Details möchte Tobias Giesinger vom VGT auf VN-Nachfrage nicht nennen. Man habe sich inhaltlich zur Verschwiegenheit verpflichtet. Laut VN-Informationen soll es sich vor allem um einen Punkt handeln, der den VGT zu diesem Schritt bewogen hat. Als Gantner im April des Jahres die Taskforce einsetzte, erklärte er, ihr obliege die Prüfung rechtlicher Möglichkeiten, Tiertransporte zu reduzieren sowie die Frage: „Wie unbedingt erforderliche Transporte unter vollständiger Einhaltung der Tiertransportvorschriften durchgeführt werden können“. Die Autoren des vorläufigen Berichts hätten „unbedingt erforderlich“ als ordnungsgemäß angemeldet und tiermedizinlich abgefertigt definiert; das sind also alle bisherigen Tiertransporte.

Diese Woche kommt der Bericht

Giesinger erklärte nur so viel: „Die Gleichen, die für die aktuelle Situation verantwortlich sind, haben den Bericht geschrieben. Sie versuchen nun, ihre Vorgangsweise zu rechtfertigen.“ Landesrat Gantner hat erst am Dienstag davon erfahren, wie er sagt. „Ich finde es sehr schade, dass der VGT, trotz Teilnahme an allen Sitzungen, am Ende diesen Schritt setzt, weil er sich mit dem Endbericht nicht identifizieren möchte.“ Und wann wird der Bericht nun endlich präsentiert? „Definitiv diese Woche“, ist Gantner überzeugt.

Innerhalb der schwarz-grünen Koalition sorgt der Ausstieg des VGT für Krach. Der grüne Klubobmann Daniel Zadra monierte: „Die inhaltliche Kritik des Tierschutzvereins und dessen Ausstieg ist für mich ein Alarmsignal. Die Taskforce Tiertransporte darf nicht zur Lobby für Kälbertransporte werden.“ Was ÖVP-Landtagsabgeordneter Bernhard Feuerstein zum Konter veranlasste: „Mich verwundert, das der Klubobmann einer Regierungsfraktion die Arbeit der Taskforce auf Zuruf des VGT vorab kritisiert, ohne deren konkrete Vorschläge zu kennen.“ Damit mache sich Zadra zum Anwalt der Tierschutz-Extremisten.

„Die Gleichen, die für die Situation verantwortlich sind, haben den Bericht geschrieben.“