Unterversorgung bei Kinderärzten

Vorarlberg / 17.12.2019 • 16:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Dem Land gehen die Kinderärzte aus. APA

SPÖ fordert bessere Rahmenbedingungen für Jungärzte und die Realisierung der geplanten Primärversorgungseinheiten.

Bregenz Mehr Kinderärzte braucht das Land, sagt die SPÖ und verweist auf 85.000 Kinder und Jugendliche, denen gerade einmal 20 Kinderärzte gegenüberstehen. „Alle Bezirke sind unterversorgt“, monierte Gesundheitssprecherin Elke Zimmermann gestern Dienstag bei einer Pressekonferenz. Gefordert wird die schnelle Realisierung der drei geplanten Primärversorgungseinheiten sowie die verpflichtende Anstellung von Kinderärzten in diesen Einrichtungen. Eine dieser Primärversorgungseinheiten sollte nach den Vorstellungen von SPÖ-Stadtrat Markus Fäßler in Dornbirn situiert werden. „Am besten im Bereich des Krankenhauses“, ergänzte er. Die SPÖ-Vertreter sehen in dieser Frage generell ein Versäumnis des Landes. „Obwohl seit Jahren in Diskussion, ist bis heute nicht klar, wo und wann diese Zentren entstehen noch welche Berufsgruppen dort tätig sein sollen“, kritisierte Zimmermann.

Bessere Rahmenbedingungen

Sie urgiert außerdem bessere Rahmenbedingungen für junge Ärzte. Auch hier muss ihrer Meinung nach das Land tätig werden, obgleich formal die Vorarlberger Gebietskrankenkasse für die Schaffung und Nachbesetzung von Kassenstellen zuständig ist. Ausschreibungen würden jedenfalls kaum Erfolge bringen, brachte sie als Akutfall die Stadt Dornbirn ins Spiel. Im Bezirk gibt es fünf Kinderärzte, drei davon ordinieren in Dornbirn. Demnächst geht ein Kinderarzt, der jahrelang ein riesiges Patientengut betreute, in Pension. „Leider gibt es bis heute keine Interessenten für die Nachfolge“, merkte Markus Fäßler an. Es dürfe nicht soweit kommen, dass die Gesundheitsversorgung der Kinder vom Einkommen der Eltern abhänge.