Wärmste Dezembernacht in Feldkirch

Vorarlberg / 17.12.2019 • 13:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Thermometer stieg in Feldkirch um drei Uhr in der Früh auf 20 Grad. VN/LERCH

Am Freitag sind erneut 20 Grad im Rheintal zu erwarten.

Der stürmische Südföhn sorgte in der vergangenen Nacht mit 13,9 Grad in Feldkirch für die wärmste Dezembernacht seit Aufzeichnungsbeginn in Österreich. Das meldete die Österreichische Unwetterzentrale am Dienstag in einer Aussendung. Das Thermometer stieg demnach um drei Uhr in der Früh auf 20 Grad. Der Südföhn hat nun allerdings seinen ersten Höhepunkt überschritten, nach einer kurzen Erholungspause zur Wochenmitte erreicht dieser am Freitag aber seinen zweiten Höhepunkt. Dabei sind bei stürmischem Wind neuerlich 20 Grad im Rheintal zu erwarten.

Derzeit liegt der Alpenraum an der Vorderseite einer langgestreckten Tiefdruckrinne, die von Marokko über Westeuropa bis nach Skandinavien reicht, in einer stürmischen Südströmung. „Dabei wird sehr milde Luft aus Nordafrika direkt zu den Alpen geführt“, analysiert Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Unwetterzentrale. „Somit ist es auch wenig verwunderlich, dass mit dem Südföhn selbst in der Nacht Temperaturen von bis zu 20 Grad erreicht werden.“ In windgeschützten Tälern, wie etwa dem Ennstal, herrscht hingegen immer noch Frost und im östlichen Flachland dominiert der Bodennebel.

Am Mittwoch vorübergehend nur schwach föhnig

Der Höhepunkt des Föhns wurde nun erreicht und bis zum Mittwoch verliert der Sturm überall deutlich an Stärke. Am Mittwoch selbst scheint an der Alpennordseite häufig die Sonne, im Osten hält sich aber wieder teils dichter Nebel. Im Süden kommt nach anfänglichem Regen ebenfalls etwas die Sonne zum Vorschein. Dazu bleibt es auch ohne Südföhn mit vier bis 15 Grad mild.

Am Donnerstag legt der Südföhn im Tagesverlauf wieder an Stärke zu. „Diesmal frischt auch im östlichen Flachland lebhafter bis kräftiger Südostwind auf, der allmählich den Nebel verdrängt“, prognostiziert Spatzierer. „Somit wird es auch hier deutlich milder.“ In den prädestinierten Alpentälern erreicht der Südföhn zum Abend hin erneut Sturmstärke, im Süden fällt dagegen etwas Regen. Die landesweiten Höchstwerte bleiben nahezu unverändert.

Föhnorkan und wieder 20 Grad am Freitag

Am Freitag tobt auf den Bergen ein Föhnorkan mit Windspitzen um die 150 km/h und auch in den Tälern entlang der Alpennordseite wird es verbreitet stürmisch. Dazu scheint häufig die Sonne und gerade im Rheintal sind wieder Höchstwerte um die 20 Grad zu erwarten. „Am Abend geht dann die Südföhnphase mit Annäherung einer Kaltfront von Westen her zu Ende und es setzt Regen ein“, sagt der Meteorologe. Der Regen fällt dann in der Folgenacht vor allem in Osttirol und Oberkärnten kräftig aus, in den Hochtälern handelt es sich dabei meist um Schnee.

Am 4. Advent unbeständig, Richtung Weihnachten kühler

Am letzten Adventwochenende stellt sich die Großwetterlage auf ein abwechslungsreiches Westwetter um. Dabei ziehen in Folge mehrere Tiefs über das nördliche Mitteleuropa hinweg und bringen einmal kühlere, dann wieder mildere Luft nach Österreich. Generell pendelt die Schneefallgrenze um die 1000 m, zu Weihnachten vielleicht sogar etwas tiefer. Somit besteht in den höheren Nordalpentälern trotz des derzeit massiven Südföhns noch Hoffnung auf weiße Weihnachten, im Flachland hingegen sind diese verschwindend gering. Somit heißt es wohl ein weiteres Jahr warten auf weiße Weihnachten.