20 Jahre im musikalischen Auftrag für Ludesch

Vorarlberg / 18.12.2019 • 17:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Zoltan Triszi ist begeisterter Musiker.<span class="copyright">hab</span>
Zoltan Triszi ist begeisterter Musiker.hab

Zoltan Triszi, ein talentierter und erfahrener Musiker.

Ludesch Anlässlich ihres heurigen Cäciliakonzerts ehrte die Harmoniemusik Ludesch neben verdienten Musikern auch ihren lang gedienten Kapellmeister Zoltan Triszi. Er gibt mittlerweile seit 20 Jahren mit dem Taktstock die Richtung bei der Harmoniemusik an. Er vereint und konzentriert in seiner Person die künstlerische Kompetenz und ist das Nadelöhr zwischen den ausübenden Musikern und dem, was als musikalisches Produkt zu hören ist. Geboren in Ungarn, stammt er aus einer musikalischen Familie und kam vor fast 30 Jahren auf dem direkten Weg nach Vorarlberg.

Wann und warum sind Sie Musiker geworden?

Mein Vater war Musiker, Schulleiter und Chorleiter in unserem Heimatdorf, meine Mutter war Lehrerin und wir drei Kinder haben schon in frühester Jugend Musik gemacht. Ein riesiger Flügel füllte fast unser Wohnzimmer aus, ich habe zu den Klängen Blockflöte, Geige, Schlagzeug und Oboe gespielt. Mein älterer Bruder und ich haben im Musikgymnasium maturiert und wurden dann an der Musikhochschule zu diplomierten Musiklehrern ausgebildet.

Sie sind gebürtiger Ungar. Wie lange leben Sie schon in Österreich?

Mein Bruder und ich wollten nach der Ausbildung nach Österreich, um uns hier weiterzubilden. So landeten wir vor fast 30 Jahren in Vorarlberg am Konservatorium in Feldkirch, wo wir das Konzertdiplom machten. Leider starb mein Bruder vor 20 Jahren bei einem Verkehrsunfall, wir haben zusammen in verschiedenen Orchestern gespielt.

Ihre Frau ist auch Musikerin – Konkurrentin oder Partnerin?

Da sie Geigerin ist (lacht: sie spielt daheim auch die erste Geige), ist sie natürlich keine Konkurrentin, im Gegenteil, wir sind musikalische Partner und haben schon viele Jahre eine wunderbare Verbindung, aus der mittlerweile zwei Kinder entstanden sind.

Welches Instrument ist Ihr Lieblingsinstrument und warum?

Seit meinem fünften Lebensjahr spiele ich hauptsächlich Oboe und Flöte. Mich fasziniert einerseits die Einfachheit und doch Ausdrucksstärke der Flöte, andererseits der wunderbare Klang der Oboe. In der Schule spiele ich auch Keyboard.

Wer sind Ihre wichtigsten Vorbilder und warum?

Mein Bruder war ein großes Vorbild für mich, er hat auch die Vaterstelle an mir vertreten, fachliche und menschliche Aspekte müssen bei einem Menschen für mich stimmig sein, damit ich mit ihm leben oder arbeiten kann. Fast alle großartigen Musiker sind in diesem Sinn für mich auch solche Menschen.

Wie kam es zu Ihrem Einsatz bei der Harmoniemusik Ludesch?

Eines Tages, kurz nach dem Tod meines Bruders, rief mich der damalige Musikobmann an: Sie waren auf der Suche nach einem Kapellmeister und er hatte von mir gehört. Da ich schon zwei Jahre bei Guntram Simma Dirigieren gelernt hatte, kam mir diese Einladung gerade recht. Und jetzt sind es schon 20 Jahre her, dass ich diese schöne Tätigkeit hier in Ludesch mit dem herrlichen Klangkörper meiner Musik leben und verwirklichen kann. Mittlerweile haben wir, Alice und ich, uns hier auch ein wunderbares Heim geschaffen.

Was wollen Sie mit Ihren Stücken bei Ihren Zuhörern auslösen?

Wenn wir auf der Bühne spüren, dass unsere Interpretationen beim Publikum ankommen, ist das der Lohn für unsere harte Probenarbeit und den damit verbundenen Verzicht auf verschiedene Freizeitvergnügungen.

Welche Musikrichtung bevorzugen Sie?

Für mich ist es abhängig von meinem Gemütszustand. Ich höre alles von melancholisch bis lustig, aber auch die Klassik berührt mich. Ich glaube aber, dass das auch für alle Menschen gilt. Musik ist auch ein Aufruf in dieser hektischen Welt, öfters einmal abzuschalten, innezuhalten und einfach nur zuzuhören.

Sie haben zwei Kinder, ist Musikalität vererbbar?

Jeder Mensch hat Musikalität in sich, die Begabung ist allerdings unterschiedlich. Es kommt darauf an, wie es aus dem Einzelnen herausgeholt wird. Ob Musikalität vererbbar ist, kann ich so nicht sagen. Bis zu einem gewissen Grad ist alles erlernbar. Wichtig ist dabei die richtige Förderung, wenn ein Talent einmal erkannt worden ist. HAB

Zur Person

Zoltan Triszi

Geboren 15. Dezember 1967 in Gesztely/Ungarn

Familie verheiratet mit Alice, Tochter Janka, Sohn Adam

Berufung und Beruf Musiker und Dirigent