Fuhrpark soll stärker auf E-Busse umgestellt werden

Vorarlberg / 18.12.2019 • 06:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ab Anfang 2020 sollen E-Busse getestet werden. VN/HARTINGER

Landesrat Rauch sieht in Bestellvorgang Schritt zur schnelleren Beschaffung.

Bregenz Noch schnell Dieselbusse bestellen, bevor eine EU-Richtlinie fordert, auf saubere Energieträger umzusteigen, wie es in einem Protokoll heißt? Natürlich nicht, lautet die Antwort von Mobilitätslandesrat Johannes Rauch (Grüne) an die Neos, die eine entsprechende Anfrage gestellt haben. Demnach habe diese Bestellung der Gelenkbusse genau das Gegenteil zur Folge, nämlich, dass in Vorarlberg schneller auf E-Busse umgestiegen werden könne. Im Punkt sechs des Protokolls heißt es, dass Gelenkbusse ausgeschrieben werden. Und zwar vor August 2021, weil später gemäß der EU-Richtlinie eine Mindestquote sauberer Straßenfahrzeuge einzusetzen ist. Die Neos wollten von Rauch wissen, ob er dieser Beschaffungsstrategie zustimme.

Antwort: Von einer Beschaffungsstrategie könne keine Rede sein. Bei diesem Tagesordnungspunkt gehe es nur um ein turnusmäßig anstehendes Vergabeverfahren für Verkehrsdienstleistungen sowie die Entsendung von Vertretern in die Bewertungskommission. Ziel des Landes und des Verkehrsverbunds sei nämlich, vermehrt auf Elektrofahrzeuge umzusteigen. Der Verkehrsverbund habe bereits 2014 erstmals elektrische Linienbusse getestet, was 2018 zum Beschaffungsprojekt führte. Die Erfahrungen wurden von einem Institut geprüft, in dessen Gutachten es heißt, dass eine breitere Einführung des Elektroantriebs bei derzeitigem Stand der Technik aus zwei Gründen nicht unproblematisch sei.

Reichweite und Kälte

Und zwar reiche die aktuelle Technologie nicht aus, topografische und klimatische Bedingungen zu meistern. Außerdem sei in anderen Bereichen die Reichweite zu gering, vor allem im unteren Rheintal. Aus dem Beschaffungsprojekt sei hervorgegangen, dass spezielle Hersteller zwar Busse liefern können, allerdings mit einer Produktionskapazität von wenigen Hundert Bussen pro Jahr. Spätestens wenn die EU-Richtlinie 2021 in Kraft tritt, sei mit Lieferengpässen und Preissteigerungen zu rechnen. Deshalb möchte man schon zuvor beginnen, in geeigneten Regionen auf Elektrobusse umzusteigen. Wie berichtet, sollen Anfang 2020 vier Elektrobusse im Oberen Rheintal in den Testbetrieb gehen.

Rauch geht in seiner Anfragebeantwortung auch direkt auf die Neos-Vorwürfe ein: „In diesem Sinne könnte ich einer von den Anfragenden unterstellten angeblich versuchten Umgehung der gesetzlichen Vorgaben in Bezug auf den Einsatz sauberer Straßenfahrzeuge nicht zustimmen.“