Schlafender Kirchendieb mit 3,3 Promille erwischt

Vorarlberg / 19.12.2019 • 09:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte fiel bei der Verhandlung durch sein aufmüpfiges Wesen auf. ECKERT

Er stahl und trank am laufenden Band: Rumäne zu 15 Monaten Haft verurteilt.

Christiane Eckert

Feldkirch Es ist eine lange Liste von Vorwürfen, doch bereits bei der Frage nach seinen persönlichen Daten erweist sich der am Landesgericht Feldkirch Angeklagte als mühsam. Der 49-jährige Rumäne beschwert sich, dass er bereits seit vier Monaten in U-Haft sitzt. Zum Einkommen gibt er an, Verwandte würden ihm rund 1000 Euro monatlich schicken, davon könne er leben. Vorstrafen hat er einige, er selbst scheint sich jedoch nur an einen Teil von ihnen zu erinnern. „Wenn Sie Beweise haben, dann verurteilen Sie mich doch, ansonsten lassen Sie mich in Ruhe!“, zeigt sich der Beschuldigte, dem etliche Diebstähle zur Last gelegt werden, vor Gericht aufmüpfig.

Ein angeklagtes Faktum betrifft einen Diebstahl in der Kirche St. Martin in Dornbirn. Dort wurde der Mann schlafend mit 3,3 Promille im Blut angetroffen. Nicht einmal der Gong des Mesmers konnte ihn wecken. Neben dem Schlafenden lagen ein Klebeband und Äste. Die Vermutung, dass der Betrunkene damit im Opferstock herumfischte, bestätigte sich. Rückstände von Rinde und Ästen wurde in dem Behältnis gefunden. Der Beschuldigte selbst bestreitet den Diebstahl. Immer wieder fragt er, ob es Sinn macht, dass er antwortet. Schlussendlich sagt er gar nichts mehr, auch mit seinem Verteidiger will er nicht mehr reden. Im restlichen, langen und zähen Beweisverfahren geht es um Putenschnitzel, Wodka, Kleidung, alles gestohlen und fast überall gibt es glaubwürdige Zeugen oder Videoaufzeichnungen.

Immer wieder betrunken

Teilweise war der Mann bei den Taten reichlich betrunken. In einer Lebensmittelkette packte er Sachen so auffällig in seinen Rucksack, ohne sie anschließend zu bezahlen, dass ein Angestellter sofort auf den Dieb aufmerksam wurde. Als der Rumäne auf einem Parkplatz zur Rede gestellt wurde, verhielt er sich aggressiv. In Bregenz und Dornbirn stahl er auch Bekleidung. Vor einem Geschäft saß er zunächst herum und als ihn eine Verkäuferin aufforderte, wegzugehen, bettelte er sie um Geld an, erst dann ging er. Am Abend wunderte sich die Filialleiterin, dass vom „Schnäppchenständer“, der vor dem Geschäft draußen aufgestellt war, so viele Teile verkauft worden waren. Am nächsten Tag kam die Polizei vorbei und legte die Diebsbeute auf den Tresen. Es waren etliche Kleidungsstücke vom Ständer. Für die diversen Diebstähle wird der Mann aufgrund seiner Vorstrafenbelastung zu einer unbedingten Haftstrafe von 15 Monaten verurteilt. Der 49-Jährige erbittet Bedenkzeit, das Urteil ist also nicht rechtskräftig.