Weihnachten: Oh du Verpackungsmüll, oh du Abfall

Vorarlberg / 20.12.2019 • 07:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nach dem Weihnachtsfest gilt es die Geschenkverpackungen richtig zu trennen und zu entsorgen. <span class="copyright">VN/STEURER </span>
Nach dem Weihnachtsfest gilt es die Geschenkverpackungen richtig zu trennen und zu entsorgen. VN/STEURER

Tipps, wie anfallender Müll an Weihnachten richtig getrennt wird, und wie man beim Schenken Verpackungsmüll vermeiden kann.

Bettina Maier-Ortner

Dornbirn Das Fest der Liebe steht vor der Tür. Und auch das Fest der Verpackungsberge. Unter den vielen Christbäumen türmen sich nach der Bescherung üblicherweise Berge von Geschenkpapier, Plastik- und Stoffschleifen, Karten, Ummantelungen für Elektrogeräte und Kinderspielzeug aus Papier, Styropor und Pappe. Für die Feierlichkeiten rund um Weihnachten und zu Silvester werden Lebensmittel und Getränke auf Vorrat eingekauft. „Die Vorarlberger sind im Vergleich mit den anderen Bundesländern weltmeisterlich im Trennen. Wir haben das geringste Restabfallaufkommen und bei der Trennquote sind wir ganz weit vorne“, weiß Jürgen Ulmer, Abfall- und Umweltberater beim Vorarlberger Umweltverband. „Für viele Vorarlberger ist die Abfalltrennung gleichzeitig auch ein Umweltschutz.“

Doch bei allein über 70 Kilogramm Restmüll und 45 Kilogramm Bioabfällen (ohne Gartenanfälle) pro Kopf im Jahr 2018 lasse sich dieser Wert sicherlich noch verbessern. „Es werden leider immer noch originalverpackte Schokoladenosterhasen oder -weihnachtsmänner, Obst und Gemüse sowie Medikamente in der Originalverpackung im Biomüll gefunden. Kopfschmerztabletten oder Antibiotika haben im Biomüll nichts verloren“, macht er aufmerksam. Medikamente gehören zu den Problemstoffen. Leere Medikamentenverpackungen aus Plastik und Blisterverpackungen kommen in den Gelben Sack. „Jeder kann durch umweltbewusstes Verhalten dazu beitragen, dass unsere Abfallberge weniger wachsen und Ressourcen geschont werden.“ Auf der Homepage www.abfallv.at gibt es eine gute Übersicht, wie Müll getrennt wird. „Sortenreiner Biomüll ist für die Weiterverwertung optimal. Plastiksäcke, die zum Sammeln der Bioabfälle genutzt werden, haben im Biomüll nichts verloren“, stellt er klar und ergänzt: „So landet auch kein Mikroplastik auf den Feldern.“

Jürgen Ulmer, Umweltverband
Jürgen Ulmer, Umweltverband

Jeder kann durch umweltbewusstes Verhalten dazu beitragen.

Jürgen Ulmer, Vorarlberger Umweltverband

Geschenke nachhaltig verpacken

Um den Verpackungsberg unter dem Christbaum zu verringern, schlägt Jürgen Ulmer vor, die Geschenke mit alten VN-Seiten, dekorativen Seiten aus Magazinen oder alten Notenseiten zu verpacken. Mit Kartoffeldruck können diese weihnachtlich aufgehübscht werden. Im Web, wie zum Beispiel auf Pinterest, sind viele kreative Do-it-Yourself-Tipps für recycelte Geschenksverpackungen zu finden.

Der Verpackungstrend Furoshiki (ursprünglich ein quadratisches Tuch) aus Japan verzichtet vollends auf Verpackung: Es werden sozusagen Geschenke mit Geschenken verpackt. Das Geschenk wird mit einer dekorativen Knottechnik in Stoffdecken, Stoffservietten, Schals, Tüchern oder Wäschesäcken verpackt. Tipps für Knottechniken sind unter dem Stichwort Furoshiki auf den Social-Media-Kanälen zu finden. Ein kleiner Tannenzweig verziert das Geschenk weihnachtlich. So entsteht kein Verpackungsmüll.

Tipps zur Abfallvermeidung

1. Obst und Gemüse ohne Verpackung, sondern Stofftasche, Korb oder Netz verwenden.

2. Jausenbrot ist in der Jausenbox hygie­nisch aufgehoben.

3. Beim Schenken zählt der Inhalt: z. B. aus Zeitungspapier dekorative Verpackungen zaubern.

4. Akkus oder Solarzellen ersparen Dutzende Batterien

5. Gut erhaltene Einrichtungsgegenstände, Kleidung und Spielwaren suchen ein zweites Leben.

6. Kaufe langlebige Produkte. Bevor­zuge qualitativ hochwertige Materialien; auf Zerleg- und Reparierbarkeit achten

7. Flaschen statt Dosen. Mehrwegflaschen helfen, Abfall zu vermeiden