Vorarlberg als Feinstaub-Vorbild

Vorarlberg / 23.12.2019 • 19:02 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Schön ist so ein Feuerwerk schon, es macht aber auch viel Dreck. Deshalb kann ein zurückhaltender Umgang nicht schaden. vn/steurer
Schön ist so ein Feuerwerk schon, es macht aber auch viel Dreck. Deshalb kann ein zurückhaltender Umgang nicht schaden. vn/steurer

Geringste Belastung aller Bundesländer. Warnung vor Luftverschmutzung an Silvester.

bregenz, wien Es gibt abseits der teilweise sehr hart geführten Debatten um den Klimaschutz auch gute Nachrichten. Laut dem VCÖ war die Feinstaubbelastung in Vorarlberg seit Beginn der Messungen noch nie so gering wie heuer. Demnach liegt die Belastung deutlich unter dem Grenzwert für die Gesamtzahl an Überschreitungstagen. Zudem ist Vorarlberg das einzige Bundesland in Österreich, wo auch der Zielwert der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht überschritten wurde. Mit mehr Öffis, Radverkehr, Gehen und emissionsfreien Lieferdiensten könne die Luftqualität weiter verbessert werden, betont der VCÖ. Nicht fehlen darf in diesem Zusammenhang der Hinweis auf Silvester: „Weniger Knallkörper, Böller und Feuerwerke bedeuten auch weniger Luftverschmutzung zum Jahreswechsel“, wird festgehalten.

Die Bilanz ist insgesamt erfreulich. Der Grenzwert für PM10 Feinstaub – an maximal 25 Tagen darf die Tagesbelastung höher als 50 Mikrogramm PM10 Feinstaub pro Kubikmeter Luft sein – wird heuer in ganz Österreich deutlich unterschritten. Feinstaub-Hochburg bleibt weiterhin Graz, wo an 16 Tagen zu viel Feinstaub in der Luft war. In Vorarlberg war Feldkirch der Hotspot, wo lediglich an zwei Tagen die Feinstaubbelastung zu hoch war. Grund zum Aufatmen besteht dennoch nicht, wie VCÖ-Experte Markus Gansterer relativiert. Nach wie vor würden durch Verbrennungsprozesse viele gesundheitsschädliche Schadstoffe in die Luft gelangen. „Gerade bei Feinstaub gibt es keine Grenze, unter der die Belastung durch die Partikel, die tief in den Organismus eindringen, unbedenklich wäre.“

Drei Tage als Zielwert

Aus Gesundheitssicht seien die Zielwerte der WHO der Maßstab. „Diesen Zielwert haben heuer österreichweit 34 Messstellen in allen Bundesländern außer Vorarlberg überschritten“, erläutert Gansterer. Der Zielwert der WHO liegt bei höchstens drei Tagen mit zu hoher Feinstaubbelastung. Deshalb sei es vor allem für Ballungsräume wichtig, Lkw- und Autofahrten zu reduzieren. Während Verkehr, Industrie und Haushalte beinahe das ganze Jahr über Feinstaubemissionen verursachen, sorgen Böller, Knallkörper sowie Feuerwerke zum Jahresende für eine kurzfristige, aber sehr hohe Luftverschmutzung. In der Silvesternacht erreichen in vielen Städten die Feinstaubwerte sogar die höchste Belastung im Jahr.

Das allein ist es aber nicht. Zusätzlich verursachen abgebrannte Knallkörper und Feuerwerksraketen dem Umweltbundesamt zufolge jährlich bis zu 1000 Tonnen Müll. Die Lärmbelastung ist ebenfalls enorm und für Kleinkinder, ältere Menschen sowie Haustiere und Wildtiere ein enormer Stressfaktor. Zudem würde die Herstellung enorme Umweltschäden bedingen, ebenso der Transport über viele Tausende Kilometer von Asien nach Österreich. „Es gibt also viele gute Gründe, kein Geld für Knallkörper oder Feuerwerke zu verpulvern“, stellt der VCÖ fest.