Wald: 250.000 Kubikmeter Stauwasser fürs Klostertal

Vorarlberg / 27.12.2019 • 18:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wasserkraftwerk der ÖBB in Wald am Arlberg im Klostertal wird mit einer Investition von rund 31 Millionen Euro einer Modernisierung unterzogen. <span class="copyright">VN/Hofmeister</span>
Wasserkraftwerk der ÖBB in Wald am Arlberg im Klostertal wird mit einer Investition von rund 31 Millionen Euro einer Modernisierung unterzogen. VN/Hofmeister

Spullersee im Klostertal wird im Vorfeld der Modernisierung um 31 Millionen Euro derzeit kontrolliert entleert.

Dalaas, Wald Die Schleusen dazu sind bereits geöffnet: Bis Mitte Jänner 2020 werden rund 250.000 Kubikmeter Wasser des Spullersees oberhalb der zur Gemeinde Dalaas zählenden Parzelle Wald am Arlberg im Klostertal kontrolliert abgelassen. Die behördlich vorgeschriebene Entleerung findet im Rahmen der Revitalisierung des Wasserkraftwerks statt. Nach erfolgter Entleerung werden die normalerweise unter der Wasseroberfläche befindlichen Teile des Werks unter die Lupe genommen.

Das Kraftwerk war von den ÖBB vor rund 100 Jahren als Bahnstromkraftwerk konzipiert und errichtet worden. Um für die Zukunft eine effiziente Erzeugung und Nutzung von Bahnstrom, der die Züge mit umweltfreundlicher Energie antreibt, gewährleisten zu können, wird das Werk in den kommenden Jahren auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Laut Betriebsvorschrift ist die ÖBB-Infrastruktur AG verpflichtet, alle 10 Jahre eine Entleerung des Speichers durchzuführen. Das über mehrere Tage entleerte Volumen entspricht einer Menge von rund 250.000 Kubikmetern Wasser. „Das ist weniger als bei einem sommerlichen Hochwasser in 24 Stunden abfließt“, sagt dazu ÖBB-Sprecher Christoph Gasser-Mair.

Trübwerte in Alfenz überwachen

Nach Ende der Prüfung und teilweisen Erneuerung der durch die Entleerung zugänglichen Anlagenteile soll der See ab Mai 2020 wieder allmählich gefüllt werden. Um das natürliche Gerinne des Spreubachs zu schonen, soll so viel Wasser wie möglich durch den Kraftabstieg abgeführt werden. „Sämtliche Arbeitsschritte werden von den ÖBB-Spezialisten rund um die Uhr beobachtet und kontrolliert“, betont Gasser-Mair. „Dies ist einerseits wichtig, um die Einhaltung der Trübwerte des Wassers in der Alfenz zu überwachen, andererseits dient es der ökologischen Beweissicherung, ob alle erforderlichen Auflagen und Vorschriften zum Schutz von Natur und Umwelt eingehalten werden.“ Diese Beweissicherung erfolge durch Messung der relevanten Parameter an einer Messstelle direkt am Grundablass und an drei weiteren Messstellen entlang der Alfenz. Sollten Grenzwerte überschritten werden, werde entweder der Abfluss durch den Grundablass gedrosselt oder klares Wasser aus dem Kraftwerk Innerbraz zugegeben.

Baustelle im hochalpinen Bereich

Voraussichtlich im Sommer 2020, so der ÖBB-Sprecher, werde der Startschuss für Hauptbaumaßnahmen zur Modernisierung des Werks erfolgen. „Der Fokus liegt dabei auf dem Neubau des Stollenrohrs sowie auf dem Abbau der bestehenden drei Druckrohrleitungen zum Krafthaus. Diese werden durch ein einziges in der Erde verlegtes und künftig nicht mehr sichtbares Stahlrohr ersetzt.“ Die Herausforderung bei dieser Baustelle sei einerseits die Höhe von über 1800 Metern über dem Meeresspiegel im hochalpinen Bereich mit den winterlichen Erschwernissen sowie andererseits die Steilheit des Geländes. „Mehrere Meter Schnee und Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt sind hier für die Spezialisten an der Tagesordnung.“