Einsatz für den Ärztenachwuchs

Vorarlberg / 02.01.2020 • 19:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

ÖGK-Landesstelle will sich auch für Umsetzung der Primärversorgung starkmachen.

Dornbirn Kommende Woche konstituiert sich der Landesstellenausschuss der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK). Erster Vorsitzender soll, wie berichtet, Wirtschaftsbunddirektor Jürgen Kessler (44) werden, sein Stellvertreter der langjährige Obmann der Vorarlberger Gebietskrankenkasse, Manfred Brunner (57). Nach sechs Monaten wechselt die Führung. Im Vorfeld skizzierte Brunner die Schwerpunkte, die es aus seiner Sicht vordringlich zu beackern gilt.

Dazu zählt etwa die Sicherung des Ärztenachwuchses speziell für den niedergelassenen Bereich sowie die Schwerpunktsetzung in den Krankenhäusern. „Diese Bemühungen werden von uns ganz klar unterstützt“, bekräftigte Manfred Brunner gegenüber den VN. Eine Schwerpunktsetzung in Spitälern hält er deshalb für wichtig, weil damit auch dringend notwendige Ausbildungsplätze generiert würden. „Im Ausbildungsbereich wäre noch mehr möglich“, gibt er sich überzeugt. Vor allem für Interessenten der Allgemeinmedizin müssten bessere Ausbildungsbedingungen geschaffen werden. Im niedergelassenen Bereich, für den die ÖGK zuständig ist, werden bekanntermaßen zuweilen händeringend Praktiker gesucht.

Gemeinsame Lösung

Die Umsetzung von Primärversorgungseinheiten ist laut Brunner ebenfalls ein Gebot der Stunde. Für Vorarlberg sind drei solcher Einrichtungen vorgesehen. „Die gesetzliche Basis ist gelegt, jetzt gilt es, gute Lösungen zu finden“, sagt Manfred Brunner. Die will er gemeinsam mit der Ärztekammer auftun. Gespräche dazu gebe es bereits. Die solide Verhandlungsbasis, die mit den Vertragspartnern im Land über die Jahre geschaffen werden konnte, soll nach den Wünschen der ÖGK-Landesstellen-Verantwortlichen bestehen bleiben. „Alle Maßnahmen, die in den vergangenen Jahren gesetzt wurden, waren nur möglich, weil jeder der Gestaltungspartner bereit war, über seinen Schatten zu springen und die Versicherten bzw. Patienten in den Mittelpunkt zu stellen“, zollt Manfred Brunner den Mitstreitern rückblickend großes Lob.

Auch von den laufenden Umstellungen sollen die Versicherten nichts merken. „Das wäre das große Ziel“, betont Brunner, der in der Arbeiterkammer, wo er angestellt ist, das Referat „Gesundheit und Pflege“ übernimmt. Bisher lag seine Zuständigkeit beim Betriebsreferat. Er hofft, die politischen Einflussmöglichkeiten, welche die Arbeiterkammer hat, auch im Interesse der Versicherten nutzen zu können. VN-MM

„Die gesetzliche Basis ist gelegt, jetzt gilt es, gute Lösungen zu finden.“