Schneemangel: Grünes Trauerspiel auf Vorarlbergs Pisten

Vorarlberg / 03.01.2020 • 14:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Grün statt Weiß: Auch in Schuttannen stehen die Skilifte noch immer still. VN/Stiplovsek
Grün statt Weiß: Auch in Schuttannen stehen die Skilifte noch immer still. VN/Stiplovsek

Schneemangel macht den kleinen Skiliften zu schaffen.

Hohenems, Sibratsgfäll Wer in Vorarlberg derzeit auf die Piste will, muss hoch hinauf. Die Lifte in den tieferen Lagen stehen noch immer still. Statt weißer gibt es dort lediglich grüne Hänge zu erkunden. „Die Weihnachts- und Neujahrssaison ist vorbei. Für uns ist das ein großer Rückschlag. Man kann davon ausgehen, dass sicher ein Drittel des Umsatzes im Sand liegt“, sagt Reinhold Walser, Geschäftsführer der Skilifte Krähenberg. Die Sibratsgfäller haben erst im Dezember rund 100.000 Euro in den Umbau von Diesel- auf Stromantrieb investiert. Seither warten die Verantwortlichen vergeblich auf die weiße Pracht.

Kostenfaktor

Ähnlich enttäuschend verlief die Saison bislang in Schuttannen. Da der Betrieb über den Skiverein Hohenems abgewickelt wird, sei der Schneemangel aus finanzieller Sicht nicht ganz so gravierend wie in anderen Ortschaften, sagt Betriebsleiter Rolf Amann. „Natürlich auch“, ergänzt er. „Aber meines Erachtens geht es mehr darum, dass die Kinder in den Weihnachtsferien nicht Skifahren können. Für viele Familien ist es finanziell nicht machbar, dass sie in höhere Skigebiete ausweichen. Wenn noch mehrere solcher Winter kommen, sucht sich der Skinachwuchs andere Freizeitbeschäftigungen“, befürchtet der Ehrenobmann des SV Hohenems.

„Man kann davon ausgehen, dass sicher ein Drittel des Umsatzes im Sand liegt.“

Reinhold Walser, Skilifte Krähenberg

Im Skigebiet Schuttannen hat man daher alles daran gesetzt, dass in den Weihnachtsferien doch noch einen Anfängerskikurs stattfinden kann. Seit gestern, Donnerstag, werden rund 30 Kinder von Skivereinsmitgliedern mit dem Skidoo auf ein Plateau in 1300 Metern Höhe gefahren. „Wenn man sich ein bisschen anstrengt, ist vieles möglich“, freut sich Rolf Amann.

Die Hoffnung lebt

Schnee ist laut den Prognosen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) auch in den kommenden Tagen nicht in Sicht. Der Krähenberg-Geschäftsführer hofft dennoch, „dass der Rest des Winters noch einigermaßen gut wird und wir mit einigen größeren Veranstaltungen das Ergebnis zumindest noch ein bisschen verbessern können.“

Zum Vergleich: Im Vorjahr konnten die Lifte in Sibratsgfäll, wie in vielen anderen tiefer gelegenen Vorarlberger Skigebieten, auch erst am 3. Jänner in Betrieb genommen werden. Aufgrund der wochenlangen guten Schneelage kam am Ende ein Umsatz von 80.000 Euro zusammen. VN-GER