Sasha Böhler engagiert sich seit der Volksschule für die Sternsinger

Vorarlberg / 04.01.2020 • 10:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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Sasha Böhler (30) ist in diesen Tagen in besonderer Mission unterwegs. VN/Paulitsch

Der Koblacher organisiert die Dreikönigs-Aktion in seiner Heimatgemeinde und setzt dabei auf Zusammenhalt und Toleranz.

Tanja Schwendinger

Koblach Caspar, Melchior und Balthasar ziehen in diesen Tagen wieder durch die Straßen. Rund 3500 Kinder und Jugendliche überbringen als die „Heiligen Drei Könige“ in Vorarlberg nicht nur ihre Segenswünsche für das neue Jahr, sondern sammeln auch für die österreichweite Dreikönigsaktion Spenden für Notleidende. Im Fokus stehen heuer Hilfsprojekte für Bedürftige im Slum von Nairobi in Afrika. Für einen reibungslosen Ablauf sorgen rund 3000 Begleitpersonen und Hunderte Organisatoren.

13 Gruppen in Koblach

In besonderer Mission unterwegs ist auch Sasha Böhler, langjähriger Sternsinger-Verantwortlicher in der Pfarre in Koblach. Seit der Volksschule engagiert sich der heute 30-Jährige für die Dreikönigs-Aktion. Jahrelang war er selbst als Sternsinger unterwegs, bis er im zarten Alter von 15 Jahren die Leitung in der Gemeinde Koblach übernahm. Zahlreiche Gruppen hat der ausgebildete Fitnesstrainer in dieser Zeit schon begleitet. Seit rund sechs Jahren kümmert er sich nunmehr um die Organisation der Dreikönigs-Aktion in seinem Heimatdorf. Besonders stolz ist er darauf, dass heuer insgesamt 13 Gruppen mit 50 Kindern und Jugendlichen durch die Koblacher Straßen ziehen. Um die ganze Gemeinde abdecken zu können, benötige es zwei Tage, den 4. und 5. Jänner. „Während andere Gemeinden leider mit fehlenden Sternsingern und Begleitpersonen zu kämpfen haben, können wir uns wieder glücklich schätzen. In den vergangenen Jahren haben wir in unserer Gemeinde einen absoluten Teilnehmerrekord verzeichnet“, freut sich Sasha Böhler, der mithilfe seines Teams jedes Jahr ein buntes Rahmenprogramm auf die Beine stellt. „Bei uns stehen gemeinsame Abendessen und eine Übernachtung mit einem Spiele- und Filmabend auf dem Programm. Das kommt bei den Kindern und Jugendlichen sehr gut an.“

Sich ehrenamtlich in den Dienst der guten Sache zu stellen, ist für Sasha Böhler selbstverständlich: „Wir müssen uns immer vor Augen halten, dass es uns im Gegensatz zu vielen anderen auf der Welt ausgezeichnet geht. Ich weiß, dass die Spenden dort ankommen, wo Hilfe dringend benötigt wird.“ Auch die Arbeit mit den Kindern treibt den Koblacher jedes Jahr dazu an, sich ehrenamtlich zu engagieren und seinen gesamten Weihnachtsurlaub dafür zu „opfern“. „Man bekommt sehr viel zurück, wenn man sieht, wie viel Spaß die Kinder haben.“

Toleranz vermitteln

Die Begeisterung bei den Kindern, ein Teil der Aktion zu sein und etwas Gutes zu tun, sei in der Gemeinde nach wie vor sehr groß. „Die meisten Sternsinger begleiten uns über viele Jahre und übernehmen irgendwann selbst als Begleitperson Verantwortung.“

Sasha Böhler ist es außerdem ein großes Anliegen, den Kindern und Jugendlichen wichtige Werte wie Toleranz und Zusammenhalt zu vermitteln: „Bei uns ist es völlig egal, welcher Glaubensgemeinschaft ein Teilnehmer angehört. Es geht nicht mehr nur um den Glauben und um die Frohe Botschaft, sondern vielmehr um den Hilfsgedanken und das Gemeinsame“, betont der Koblacher, der unter anderem schon muslimische Kinder in seinen Sternsinger-Gruppen begrüßen durfte.

Der Erfolg der Sternsinger-Aktion in Koblach führt Sasha Böhler vor allem auf die Unterstützung seines Teams zurück. „Im Hintergrund stehen sehr viele engagierte Helfer, die planen, organisieren, kochen, schminken und Kostüme umnähen. Ohne diese Hilfe könnten wir die Dreikönigs-Aktion im Dorf nicht stemmen.“