„Meine Familie ist das Wichtigste“

Vorarlberg / 06.01.2020 • 18:04 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Lehrlingsausbildung ist mir immer noch ein großes Anliegen. vn/Paulitsch
Die Lehrlingsausbildung ist mir immer noch ein großes Anliegen. vn/Paulitsch

Großes Interesse an Geografie, Reisen, regelmäßigen Opern- und Konzertbesuchen.

FELDKIRCH „Die Familie ist für mich das Wichtigste und mein ganzer Stolz sind meine drei Enkelkinder. Die Beschäftigung mit ihnen ist für mich die pure Lebensfreude.“ So im Gespräch mit den VN Wilhelm Beck (72), früher Unternehmer und Alt-Innungsmeister der Elektro-, Gebäude-, Alarm- und Kommunikationstechniker.

Beck, der 2007 in den Ruhestand getreten ist, widmet auch dem Singen und dem Hören von klassischer Musik viel Zeit. Regelmäßige Besuche bei den Bregenzer Festspielen und der Schubertiade sind für ihn ein besonderes Erlebnis. Beck: „Davon zeugen meine große Schallplattensammlung sowie Videoaufnahmen von Opern und besonders von bekannten Tenören.“

Fit hält sich Beck mit Nordic-Walking und viel Bewegung an der frischen Luft – wenn möglich jeden Tag.

Digitale Informationsquelle

Großes Interesse hat er seit jeher an der Geografie. Atlanten, Lexika und Bücher über alle Länder der Welt zieren das Bücherregal. „Google Earth ist für mich eine ganz wichtige Informationsquelle. Aus dem Wissen, wo sich Länder, Städte und Naturschönheiten befinden, ergaben sich Reisen bis Australien, Neuseeland, Cook-Island, Polynesien, China, Nordkorea und bis zum Nordkap“, erzählt Wilhelm Beck.

Und er will auch noch mit den Jungen mithalten können. Deshalb macht das Interesse für Computer, neue Technologien und Anwendungen in der EDV einen großen Teil der Freizeitbeschäftigung aus. Viel einschlägiges Wissen hat er sich in Kursen erarbeitet. Durch seine aktuellen Tätigkeiten als Vorsitzender in der Lehrabschlussprüfungskommission, Juror bei Lehrlingswettbewerben und Kursleiter im WIFI ist es für Beck selbstverständlich, laufend auf dem neuesten Stand der Technik zu sein. Dazu gehört auch das Studium aktueller Fachliteratur. Tätigkeiten im und ums Haus runden die Freizeitaktivitäten ab.

Neuerrichtung 1983

Angefangen hat alles im Elternhaus in Feldkirch-Nofels. Im ehemals landwirtschaftlichen Betrieb wurde 1978 in provisorisch ausgebauten Räumen mit Gattin Dorina ein Elektroinstallationsgeschäft gegründet. 1983 wurde das Objekt neu errichtet. Das Hauptaugenmerk lag auf Elektroinstallationen, Handel und Service mit Haushalts-, Radio- und TV-Geräten. Am Beginn wurde auch mit Miele Einbauküchen gehandelt. Die Errichtung von Alarmanlagen kam später dazu. 1993 wurde die Geschäftsführung erweitert. Die Bereiche Elektroinstallationen und -handel wurden getrennt. Ein ehemaliger Mitarbeiter wurde mit der Leitung Elektroinstallationen betraut. Beck führte den Bereich Elektrohandel. Er bildete in seiner 30-jährigen Tätigkeit 22 Lehrlinge aus. Von diesen wurden einige Landessieger bei Berufswettbewerben. Auch als „Ausgezeichneter Lehrbetrieb“ wurde Elektro Beck zwei Mal ausgezeichnet.

Die Lehrlingsausbildung war und ist für Beck immer noch ein großes Anliegen. „Die Lehre gehört aufgewertet, auch die Bezeichnung Lehrling sollte überdacht werden. Die Ausbildung muss noch besser werden. Dies könnte mit Zwischenprüfungen während der Lehrzeit erreicht werden. Auch das Niveau der Lehrabschlussprüfung sollte angehoben werden“, fordert Beck.

„Mehr Qualität für die Kunden“

„Die Meister- bzw. Befähigungsprüfung muss der einzige Zugang zur Erlangung der Selbstständigkeit sein und bleiben. Das Ziel muss sein: mehr Qualität für die Kunden im Handwerk durch eine bessere Ausbildung“, ist Beck überzeugt. Er selbst war damals der jüngste Elektromeister Österreichs. Als langjähriger Innungsmeister-Stellvertreter und Innungsmeister der Elektro-, Gebäude-, Alarm- und Kommunikationsbranche hat sich Beck auch stets für die Imageverbesserung der Elektroberufe eingesetzt. Viele Jahre war er auch als Sachverständiger bei Gericht tätig. EE

Zur Person

Wilhelm Beck

Geboren 1947 in Feldkirch

Ausbildung Pflichtschule, Lehrzeit als Elektroinstallationstechniker, Bundesheer, 1971 Meisterprüfung, 1966 Tätigkeit als Elektroinstallationstechniker, 1970 bis 1977 Arbeit in einem Elektroplanungsbüro, 1978 Selbständigkeit, 2007 Ruhestand

Kammer- und Innungsfunktionen Innungsmeister-Stellvertreter, Innungsmeister, Vorsitzender in der Lehrabschlussprüfungskommission, Kursleiter im Wifi, Juror bei Lehrlingswettbewerben.

Familie verheiratet, eine Tochter, ein Sohn sowie drei Enkelkinder.