Kapelle zum heiligen Josef im Unterklien – ein Ort der Ruhe

Vorarlberg / 08.01.2020 • 15:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nordöstlich von Hohenems liegt das kleine Gotteshaus. BET

Die denkmalgeschützte Kapelle in Hohenems Unterklien ist ein Ort der Ruhe.

hohenems Kirchen und Kapellen sind spirituelle Orte zum Entdecken und Ruhe finden. Sie zeugen vom Glauben und der Frömmigkeit vergangener Generationen und des Könnens der Baumeister sowie der Handwerker, die sie geschaffen haben. Einige solcher Kapellen finden sich in der Umgebung von Hohen­ems.

Errichtung der Kapelle

Die dem hl. Josef geweihte Kapelle kann auf eine interessante Begebenheit verweisen. Während der fünfjährigen Bauzeit der Rheinregulierung und des Fußacher Durchstichs beschäftigte das Luzerner Unternehmen Galli & Comp rund 200 bis 300 Arbeiter vorwiegend italienischer Herkunft im Steinbruch Unterklien. Da die Belegschaft des Steinbruchs bald die Bevölkerungszahl der gesamten Gemeindeparzelle Unterklien überstieg, stiftete und errichtete der damalige Steinbruchaufseher und Maurermeister Josef Stadelwieser im Jahr 1898 für die
Arbeiter eine Kapelle am südwestlichen Rand der Parzelle, etwa 500 Meter vom Steinbruch entfernt.

Marienstatue in der Kapelle.
Marienstatue in der Kapelle.

Das Gotteshaus ist ein nach allen Seiten frei stehender einfacher Steinbau mit etwa sieben Metern Giebelhöhe (Gesamthöhe mit Glockendachreiter etwa 12 Meter). Die Kapelle nimmt eine Fläche von 70 Quadratmetern ein. Das Langhaus ist etwa sechs Meter lang und fünf Meter breit. Es handelt sich um einen Bau mit annähernd rechteckiger Grundform und eingezogenem 3/8- Chor in Nordwest/Südost-Ausrichtung. Südöstlich (Altar) sind die Außenwände abgeschrägt. Handwerklich gut ausgeführt sind die stabilen Türen und der viereckige Glockendachreiter in Richtung Nordwest. Das Satteldach ist mit Faserzementplatten gedeckt und der Glockendachreiter mit Kupferblech eingeschlagen. Über der Eingangstür befindet sich ein rundes Fenster mit Sandsteineinfassung und einer bunten Glasrosette. Das Langhaus weist je zwei Rundbogenfenster auf. Die Kapelle selbst ist außen weitgehend weiß verputzt, innen weiß und in Erdtönen. Der Betraum, der etwa 30 Gläubige fasst, ist vom Altarraum durch einen Chorbogen abgegrenzt. Der zweijochige Raum weist ein Stichkappengewölbe auf. In der Fassade befinden sich Glasfenster, die am Rand farbige Elemente enthalten. Eine Sakristei ist linksseitig nach Nordosten angebaut.

Blick in den Innenraum der Kapelle.
Blick in den Innenraum der Kapelle.

Die bescheidene, aber gediegene Ausstattung der Kirche lässt darauf schließen, dass auch die Gläubigen der Ortschaft nicht mit großen Reichtümern gesegnet waren. Die Einrichtung ist schlicht gehalten mit einem Kruzifix und zwei Statuen, die Immaculata und der hl. Josef beim Chorbogen. Alle drei Gegenstände stammen aus der Erbauungszeit. Im Altarraum befindet sich rechts eine moderne Statue der hl. Barbara. Die Kirchenbänke sind aus lackiertem Tannenholz. Die Kapelle hat keinen Hochaltar. Vor dem Kruzifix steht ein Volksaltar mit geschnitzter und bemalter Stirnseite. Der Chor ist etwas schmaler als das Langhaus ausgeführt, baulich tiefer gezogen und durch einen relativ breiten Chorbogen architektonisch deutlich vom Langhaus abgegrenzt. Eine Infotafel an der Kapelle weist den Weg zur Menschlichkeit. bet