Schlägereien als Hobby: Trio vor Gericht

Vorarlberg / 08.01.2020 • 10:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Beim ersten Prozess am Landesgericht Feldkirch erschienen nur diese zwei von insgesamt drei Angeklagten. Sie sind nur teilweise geständig. ECKERT

Junge Männer vertreiben sich die Zeit offenbar gerne mit Trinken und Handgreiflichkeiten.

Christiane Eckert

Feldkirch Angeklagt sind am Landesgericht Feldkirch drei junge Männer, gekommen sind nur zwei von ihnen. Ein 20-Jähriger, aus Afghanistan stammender Arbeitsloser und sein Kumpel, ein aus Teheran geflohener Afghane, der ebenfalls keinen richtigen Job hat, sondern derzeit in einem Projekt 50 Euro pro Monat verdient. Der Erste ist unbescholten, den Zweiten kennt Richter Richard Gschwenter bereits. Neben einer Vorstrafe vom Bezirksgericht war der junge Mann bereits zwei Mal am Landesgericht. Einmal verurteilt wegen schwerer Nötigung und im gleichen Jahr (2017) nochmals wegen räuberischem Diebstahl. Freiheitsstrafen wurden bereits ausgesprochen. Der Dritte im Bunde kommt erst gar nicht zum Prozess, es gibt nicht einmal eine Zustelladresse.

Kaum geständig

Anfangs gaben die beiden Angeklagten zwar an, in vielen Punkten schuldig zu sein. Im Prozess stellen sie die Lage dann jedoch jeweils anders dar. Es geht um insgesamt drei Vorfälle. Einmal wurde im Sommer dieses Jahres in den Abendstunden ein 35-jähriger Mann in den Bregenzer Seeanlagen in der Nähe des Eispavillons verprügelt. Einer der Männer soll versucht haben, dem Opfer einen knapp fünf Kilo schweren Armlehnstuhl nachzuwerfen. „Es gibt dort gar keine Stühle“, kontert einer der Beschuldigten und grinst den Richter an. Die Schläge gibt man teilweise zu, mit Steinen beworfen habe man das Opfer jedoch nicht. Das Opfer habe auch gelogen, behaupten beide bei ihrer Befragung. Immer war Alkohol im Spiel, einmal wurden 1,4 Promille, beim anderen Angeklagten 1,8 Promille gemessen. Eine zweite Auseinandersetzung spielte sich in Dornbirn ab, auch hier angeblich Schläge und Tritte.

Security verletzt

Der dritte Vorfall ereignete sich in einem Regionalzug auf Höhe Götzis. Es gab eine Auseinandersetzung mit einem anderen Fahrgast, die drei suchten offenbar wieder Streit. Ein Handy fiel zu Boden, der Security im Zug wollte für Ordnung sorgen. Doch es trat keine Ruhe ein, sondern eine Schlägerei nahm ihren Lauf. Mitten drin, so die Staatsanwaltschaft, das Ordnungsorgan. „Da waren auch noch andere, die geschlagen haben, ich habe nichts gemacht“, behaupten die beiden Angeklagten. „Wo ist dieser Security, der soll herkommen!“, fordern die Beschuldigten forsch. Auch die zwei Zeugen vom Eispavillon wollen sie sehen, sie bleiben bei ihrer Verantwortung: „Wenig gemacht und kaum etwas gesehen“. Warum der Security mehrfache Prellungen davon trug und verletzt war, will die öffentliche Anklägerin Konstanze Manhart wissen. „Keine Ahnung, wie gesagt, andere haben auch geschlagen“. Auch der Afghanisch-Dolmetscher mache ständig Fehler, wirft einer der Jungen immer wieder ein. Nun werden alle Zeugen herbemüht, dann wird man sehen, welche Version der Geschichte der Wahrheit entspricht.