Haftstrafen für ein räuberisches Quartett

Vorarlberg / 09.01.2020 • 22:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Justizwachebeamte mit zwei der insgesamt vier Angeklagten. hofer
Justizwachebeamte mit zwei der insgesamt vier Angeklagten. hofer

Insgesamt 88 Monate Haft für vier junge Straftäter, die mit brutaler Gewalt vorgingen.

feldkirch Zu einer wahren Raubtour (siehe Grafik) brachen vier junge arbeitslose Erwachsene – eine Frau und drei Männer – im September des Vorjahres auf.

In Dornbirn rissen sie einer 30-jährigen Kellnerin die Tasche aus der Hand, raubten sie aus und versetzten ihr einen Stoß, so dass sie zu Boden stürzte. Einem am Boden liegenden Betrunkenen fassten sie das Handy ab, schlugen ihn mit einem Teleskopschlagstock und versetzten ihm Tritte. Im Drogenrausch klauten die vier Red Bull, Wodka und Jogginghosen und kauften mit gestohlenen Wertgutscheinen im Messepark ein. Dabei fuhr das  Täter-Quartett in einem Mercedes-Benz C 220 vor. Das Auto wurde mittlerweile vom Gericht eingezogen.

Anwendung von Waffen

Kein Wunder, dass Staatsanwältin Sarah Maria Haugeneder am Donnerstag im Schwurgerichtssaal des Landesgerichtes Feldkirch eine ganze Litanei an Straftaten einbrachte.

Unter anderem das Verbrechen des schweren Raubes. Die Anklägerin sprach von massiver Gewalt und Anwendung von Waffen. Was solche Taten bei Opfern anrichten können, waren sich die Angeklagten nicht bewusst. Ein Überfallener, der als Zeuge vor Gericht erschien, sagte, dass er Angst habe, im selben Saal mit den Angeklagten aussagen zu müssen.

Unflätiges Benehmen 

Besonders die 20-jährige Erstangeklagte fiel durch unflätige Bemerkungen, unerlaubte Kommunikation mit den anderen Beschuldigten und Gelächter auf, sodass sie von der Justizwachebeamtin ermahnt werden musste. Die bereits dreifach vorbestrafte Unterländerin leidet an den Folgen ihres Drogenmissbrauches.

Mit 13 Jahren nahm sie Chrystal Meth, erlitt daraufhin eine Psychose und steht seitdem unter Sachwalterschaft. Schulabschluss und Berufsausbildung hat sie keine. Nun muss sie für 24 Monate hinter Gitter. Sie stellte einen Antrag auf Drogentherapie.

Nur teilweise rechtskräftig

Auch ein weiterer der vier auf der Anklagebank Sitzenden hatte mit dem Gericht bereits Bekanntschaft gemacht. Er hatte bereits einen schweren Raub begangen und wurde am Donnerstag ebenso zu 24 Monaten Haft verurteilt.

Über die zwei weiteren bisher unbescholtenen Angeklagten wurden  22 bzw. 18 Monate Gefängnisstrafe verhängt. Insgesamt fasste das räuberische Quartett für seine Verbrechen und Vergehen 88 Monate Haft aus. Das entspricht umgerechnet sieben Jahren und vier Monaten Gefängnis.

Drei der vier Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Den Opfern wurden im Rahmen des Privatbeteiligten-Anschlusses 1885 bzw. 800 Euro Schadenersatz zugesprochen. CRO