Hohe Folgekosten bei Skisportunfällen

Vorarlberg / 09.01.2020 • 19:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Hochsaison in den Unfallambulanzen ist angelaufen. Gebrochene Knochen und Sehnenverletzungen machen laut KfV den Großteil der Verletzungen aus. VN/Lerch
Die Hochsaison in den Unfallambulanzen ist angelaufen. Gebrochene Knochen und Sehnenverletzungen machen laut KfV den Großteil der Verletzungen aus. VN/Lerch

In Vorarlberg landen rund 2300 Skifahrer im Krankenhaus.

Schwarzach Ein Unfall auf der Piste kann ordentlich ins Geld gehen: Wie eine aktuelle Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) zeigt, verursacht ein verletzter Skifahrer durchschnittlich 30.800 Euro an Unfallfolgekosten. „Sowohl in Summe als auch bei Betrachtung von Einzelfallkosten nehmen Unfallfolgekosten von Skisportunfällen in Österreich mit 791 Millionen Euro Rang eins der teuersten Sportunfälle ein“, erläutert Ilona Schöppl, Leiterin des Bereichs Haushalts-, Freizeit- und Sportsicherheit im KfV. Einerseits würden sich die hohen Kosten dadurch erklären, dass Skifahren nach wie vor ein Breitensport ist. Andererseits führten die Verletzungen zu hohen Leistungspotenzialverlusten. „Trotz der vielen Verunfallten gehört, nach den ausübenden Stunden und der Anzahl der Ausübenden betrachtet, moderates Skifahren, bei Verwendung der Schutzausrüstung, nicht zu den risikoreichen Sportarten“, ergänzt Schöppl. 

Österreichweit verletzen sich im Schnitt 25.600 Menschen pro Jahr bei Skiunfällen so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. In Vorarlberg sind es laut KfV knapp 2300. Als Hauptunfallursachen gelten Selbstüberschätzung, mangelnde Kondition und zu hohe Geschwindigkeit.

Tipps für ein sicheres Skivergnügen

» Ausdauer, Kraft und Gleichgewicht sind die Basis für ein gelungenes Skivergnügen und sollten bereits vor der Skisaison trainiert werden.
» Besondere Vorsicht ist bei eisigen Verhältnissen geboten:Die Sturzgefahr ist erhöht und der harte Aufprall führt häufiger zu schwereren Verletzungen.
» Runter vom Gas, besonders dann, wenn andere Skifahrer auf der Piste unterwegs sind.
» Das richtige Material: Ein Helm sollte selbstverständlich sein. Für Kinder gilt in den meisten Bundesländern bis zum vollendeten 15. Lebensjahr die Helmpflicht. Beim Verleih sollte ein Ski gewählt werden, der zum eigenen Können passt; für viele ist ein Race Carver nicht die beste Wahl.
» Im Notfall den Alpin-Notruf 140 oder die Euro-Notrufnummer 112 wählen. Unfallgeschehen und -ort möglichst genau schildern. 
» Aktuelle Wetter- und Lawinenwarnungen unbedingt beachten.
» Im gesicherten Skiraum bleiben. Alles, was nicht als Skipiste oder Skiroute gewidmet ist, ist freier Skiraum.