Summa cum laude: Patrick Spettel aus Langen hat es geschafft

Vorarlberg / 09.01.2020 • 13:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nicht nur vor dem Computer überaus erfolgreich, sondern auch im Sport: Patrick Spettel, der neben seiner Forschung auch Marathon läuft. FHV

Der Informatiker Patrick Spettel aus Langen promovierte summa cum laude. Seine Arbeit schrieb er im Rahmen eines Forschungsprojekts in Kooperation mit der Universität Ulm an der Fachhochschule Vorarlberg.

Langen Für viele Menschen ist es bereits ein großer Schritt, sich überhaupt an einer Universität oder einer Hochschule einzuschreiben. Das Studium nach einigen Jahren zu beenden und später vielleicht zu promovieren, ist eine weitere, große Hürde, die verhältnismäßig wenigen gelingt. Ist doch der Doktortitel der höchste akademische Grad, den man in Österreich erlangen kann. Patrick Spettel hat diese Hürde genommen, und zwar überaus erfolgreich. Vor Kurzem wurde seine Forschungsarbeit, die er an der Universität Ulm in Kooperation mit der Fachhochschule Vorarlberg einreichte, von der sechsköpfigen Prüfungsjury mit dem Prädikat „summa cum laude“ ausgezeichnet. Damit wird in Deutschland die bestmögliche Note einer Doktorarbeit bezeichnet. Der 30-jährige Langener forschte zum Thema „Evolution Strategies for Constrained Optimization“. Klingt komplex, ist es auch: „Ich habe mich mit der Optimierung von sogenannten Black-Box-Funktionen mit Nebenbedingungen nach dem Darwin‘schen Evolutionsprinzip beschäftigt.“ Eine aufregende Aufgabe für den Informatiker: „Es ist ein von der Natur inspiriertes Gebiet. Nach diesem Prinzip sind mit Hilfe von zufallsbasierten Mutationen schwierige Optimierungsprobleme gut in den Griff zu bekommen.“

Karriere in Vorarlberg gestartet

Begonnen hat Patrick Spettel seine wissenschaftliche Karriere mit dem Bachelorstudium Informatik an der Fachhochschule Vorarlberg: „Im Zuge dessen bin ich erstmals mit der theoretischen Seite in Berührung gekommen“, erzählt der 30-Jährige von einer seiner ersten Vorlesungen, die er bei Professor Hans-Georg Beyer besucht hat. Beyer, der seinen Forschungsschwerpunkt auf dem Gebiet Evolutionäre Algorithmen hat, war sein Doktorvater: „Er hat mich immer sehr unterstützt“, zeigt sich der Langener dankbar. Um sich auf dem Fachgebiet zu spezialisieren, wechselte Spettel an die ETH Zürich, wo er das Masterstudium Informatik 2014 abgeschlossen hat. Er arbeitete zwei Jahre bei Leica Geosystems, ehe er sich für das Doktoratsstudium entschied: „Ich habe die Möglichkeit bekommen, im Rahmen des Forschungsprojekts an der FHV meine Dissertation zu schreiben, was mir sehr entgegengekommen ist, da ich über den Sport sehr an Vorarlberg gebunden bin.“ Denn wer meint, dass Patrick Spettel seine Zeit nur vor dem Computer verbringt, täuscht sich. Der 30-jährige läuft für das ZSV Laufteam Wolfurt Marathon und wurde vergangenes Jahr Vizelandesmeister: „Sport ist für mich ein Ausgleich zu meiner oft theoretischen Arbeit.“

Zukunftsträchtige Branche

Momentan arbeitet der Langener bei Leica Geosystems in Heerbrugg, wo er unter anderem an einer Software für 3-D-Scanner arbeitet: „Das anwendungsbezogene Arbeiten gefällt mir. 3-D-Scanner sind in der Architektur- und Baubranche sowie der Forensik von praktischer Relevanz“, erklärt der erfolgreiche Informatiker.

„Ich gehöre nicht zu jenen, die schon mit zwölf Jahren wussten, was sie werden wollen“, erinnert sich Patrick Spettel. Aber seine Leidenschaft für Informatik sei zu Schulzeiten entfacht worden. „Heute bin ich glücklich, dass ich diesen Weg gegangen bin.“

zUR pERSON. pATRICK sPETTEL

geboren 13. Februar 1989

Ausbildung Bachelorstudium Informatik (FHV), Masterstudium Informatik an der ETH Zürich, Doktoratsstudium

Wohnort Langen

Beruf arbeitet bei Leica Geosystems

Freizeit Rennrad, Langlaufen, Marathon