Alkolenker nach Unfall mit Pkw verurteilt

Vorarlberg / 10.01.2020 • 18:49 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte wurde zu 1200 Euro Geldstrafe verurteilt, an die Versicherung musste er mittlerweile 11.000 Euro rückerstatten. eckert
Der Angeklagte wurde zu 1200 Euro Geldstrafe verurteilt, an die Versicherung musste er mittlerweile 11.000 Euro rückerstatten. eckert

Angefahrene Fußgängerin war allerdings ebenfalls betrunken.

Feldkirch Ende August ereignete sich in Rankweil in der Nähe des Merkur-Marktes beim Kreuzungsbereich L190/An der Maut ein schwerer Verkehrsunfall. Es war Abend, düster, es regnete und der 50-jährige Pkw-Lenker hatte zu tief ins Glas geschaut. Mit seinen drei Bier brachte er es auf 0,96 Promille. Er fuhr mit rund 55 km/h auf den Schutzweg zu, übersah eine 30-jährige dunkel gekleidete Fußgängerin, die gerade die Straße überqueren wollte. Er bremste zwar noch, doch es war zu spät. Die Frau wurde auf das Auto geschleudert und schwer verletzt. Die Folgen: eine Beckenringfraktur, gebrochener Ober- und Unterkiefer, Gehirnerschütterung und Verletzung der Harnblase. Dazu etliche Prellungen.

Nicht zum ersten Mal

Allein die Behandlung der Kiefer- und Zahnschäden wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen und mindestens 15.000 Euro kosten. Zudem hinterließ die Operation, die wegen der Verletzung innerer Organe im Bauchraum vorgenommen werden musste, eine 15 Zentimeter lange Narbe. „Es tut mir furchtbar leid, ich habe sie zwei Mal im Spital besucht und mich bei ihr entschuldigt“, sagt der Hilfsarbeiter beim Prozess am Landesgericht Feldkirch. Der Vater von drei Kindern erzählt, dass er fix und fertig war und dass es das Opfer war, das ihn wieder aufgerichtet habe, obwohl es schwer verletzt im Spital lag. Doch es war nicht das erste Mal, dass der Autofahrer durch Alkohol in Schwierigkeiten geraten war. Bereits ein Jahr zuvor hatte die Bezirkshauptmannschaft dem Lenker für einen Monat lang den Führerschein entzogen. „Diese Strafe war für meinen Mandanten offenbar nicht abschreckend genug.

Die Versicherung zahlte dem Opfer mittlerweile 15.000 Euro. Davon musste mein Mandat der Versicherung einen Betrag von 11.000 Euro zurückbezahlen“, erklärt Verteidiger Thomas Raneburger. Das Opfer treffe ein Mitverschulden, gibt der Verteidiger zu bedenken. Die Frau hätte bei entsprechender Aufmerksamkeit das Herannahen des Fahrzeugs wahrnehmen können, so der Anwalt.

Opfer hatte Kopfhörer auf

Die junge Frau war beim Überqueren der Straße ebenfalls nicht nüchtern, außerdem hatte sie Kopfhörer in den Ohren. Das Gericht berücksichtigt bei der Urteilsfällung dieses Mitverschulden. Die strafrechtliche Unbescholtenheit wird nicht positiv gewertet, denn verwaltungsrechtlich ist der Mann genau wegen desselben Fehlverhaltens, nämlich Fahren unter Alkoholisierung, bereits einmal aktenkundig geworden.

Wegen fahrlässiger Körperverletzung werden 1200 Euro Geldstrafe verhängt, zudem 500 Euro Teilschmerzengeld. Die Staatsanwaltschaft will sich überlegen, ob sie diese Strafe akzeptiert. EC