Weißer Teppich trifft grüne Landschaft

Vorarlberg / 11.01.2020 • 11:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Willkommen im Skiparadies Alberschwende: „Die Kinder haben Spaß und das ist das Schöne daran“, freut sich Liftbetriebe-Geschäftsführer Reinold Baumann. VN/STEURER

Schnee gibt es derzeit nur weit oben. Mit einer Ausnahme.

Dornbirn, Alberschwende „Viel Schnee und herrliches Wetter – der Winter zeigt sich am Arlberg von seiner schönsten Seite“, teilte das Skigebiet Warth-Schröcken vor wenigen Tagen per Newsletter mit. Perfekte Pisten, tolle Tiefschneeabfahrten und romantische Winterwanderwege? Viele andere Regionen können davon derzeit nur träumen. Selbst am Bödele waren die Lifte bislang nur zwei Tage in Betrieb. Dann kam der Föhn und machte wenige Tage vor Weihnachten alles zunichte. Dabei ist das Skigebiet oberhalb von Dornbirn als „Schneeloch“ bekannt. „Die letzten 20 Jahre war es nur einmal der Fall, dass eine ganze Saison ausgefallen ist“, berichtet Herbert Kaufmann, Geschäftsführer der Dornbirner Seilbahn GmbH. Die Hänge sind zwar großteils weiß, für einen Betrieb reicht es aber nicht. Statt Skifahrern und Snowboardern tummeln sich an diesem Nachmittag Spaziergänger, Tourengeher, Rodler und ein Mountainbiker auf der Piste beim Lanklift. „Es ist schwierig. In den Ferien war es ein bisschen besser als erwartet, weil man doch noch rodeln konnte“, sagt Clara Kainz, seit 1. November Küchenchefin in der Meierei. Trübsal blasen will sie dennoch nicht. „Wir machen einfach das Beste aus dem, was wir haben“, ergänzt sie.

Schneekanonen gibt es am Bödele nicht. „Wir haben uns schon zwei-, dreimal intensiver mit der Thematik beschäftigt. Bisher ist es aus betriebswissenschaftlichen Gründen sinnvoller, keine Schneeanlage zu haben“, erläutert Kaufmann. Ortswechsel nach Alberschwende. Grün ist es auch hier. Seit Kurzem sticht beim Tellerlift allerdings ein weißer Teppich aus der Landschaft. „Meine Leute haben jede Minute ausgenutzt zum Beschneien. Sie haben nächtelang aufgepasst, ob es kalt genug ist. Dadurch haben wir eine tolle Piste hergebracht“, erzählt Liftbetriebe-Geschäftsführer Reinold Baumann von dem recht komplexen Unterfangen. 

Das Warten auf Naturschnee geht auch in den kommenden Tagen weiter. Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Unwetterzentrale, meint dazu: „Ab Sonntag übernimmt für einige Tage ein stabiles Hoch die Regie beim Wetter.“