Als Tina Turner 1979 Lustenau rockte

Vorarlberg / 12.01.2020 • 11:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Am 28.4.1979 spielte Tina Turner in der halbvollen Lustenauer Rheinhalle. LUIS SPORENI (VORARLBERGER NACHRICHTEN), VORARLBERGER LANDESBIBLIOTHEK

Die Geschichte des Landes in Bildern: Tina Turner 1979 in der Lustenauer Rheinhalle.

Lustenau Tina Turner, die vor wenigen Tagen ihren 80. Geburtstag feierte, befand sich Ende der 1970er-Jahre am Tiefpunkt ihrer Karriere. Nachdem sie zusammen mit ihrem Ehemann Ike mit legendären Hits wie „Nutbush City Limits“ (1973) die Charts in den USA, aber auch in Europa erobert hatte, oder als „Acid Queen“ in der Rockoper „Tommy“ brillierte, wurde es nach privaten Turbulenzen ruhig um Tina Turner. Als Solokünstlerin blieben die Erfolge lange aus und so tingelte sie durch Clubs und spielte Konzerte vor oft nur wenigen Hundert Zuschauern. So verschlug es sie am 28.4.1979 auch in die Rheinhalle nach Lustenau. Wenige Jahre später füllte Tina Turner wieder die Stadien der Welt, bis sie 2009 ihre aktive Karriere beendete.

Die VN berichteten damals wenig begeistert über das Konzert: „Die Fans, die am Samstagabend gekommen waren, füllten die Lustenauer Rheinhalle nur zur Hälfte. Trotzdem brachte Tina Stimmung ins Haus, das jugendliche Publikum ging mit. Optisch ist Tinas Show weniger attraktiv, zwar gibt es Lichteffekte und Tinas gewagte Kostüme, schwarze Spitze und viel Haut, bemühte Tänzerinnen und Tänzer, aber es bleibt für eine einzelne Person schwierig, ein ganzes Programm zu bestreiten. Die Besucher begannen aber nicht deshalb abzuwandern, sondern weil die Lautstärke unerträglich wurde. Tina hätte man lieber lyrischer und sanfter in Erinnerung behalten, nicht nur als Ohrensausen. Sie klammert sich ans Mikro, ihr Gesicht ist verzerrt, macht schmollendes Weib, lehnt sich zärtlich an den fetten Gitarristen, schüttelt trotzig ihre rote Mähne, Schreie und Pfiffe aus der dunklen Halle . . .“ Thomas Feurstein, Leiter Vorarlbergensien der Vorarlberger Landesbibliothek