Vulkan-Ausbruch auf Philippinen: Vorarlberger Augenzeuge Willi Raid berichtet

Vorarlberg / 13.01.2020 • 18:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bisher haben sich 45.000 Menschen vor Taal in Sicherheit bringen müssen. Der Vorarlberger Willi Raid beobachtete den Ausbruch des Vulkans. Afp/Privat

Der Riefensberger Willi Raid beobachtete den Ausbruch des philippinischen Vulkans Taal vom Flugzeug aus.

Schwarzach, Boracay, Manila Eigentlich sollte es für Willi Raid und seine vier Freunde aus Götzis ein entspannter Urlaub auf den Philippinen werden. Doch seit Sonntag hat sich die Stimmung der Vorarlberger von unbeschwert auf besorgt geändert. „Wir sind seit dem 3. Jänner auf den Philippinen. Die ersten acht Tage haben wir in Sibic Bay verbracht“, erklärt der Riefensberger Willi Raid. Am Sonntag war die kleine Gruppe von Clark aus nach Catiklan auf die Insel Boracay weitergeflogen. Während des Fluges fiel dem 53-Jährigen eine Richtungsänderung auf. „Ich bemerkte, wie das Flugzeug eine Linkskurve machte und dann wieder geradeaus flog. Als ich aus dem Fenster sah, sagte ich meinen Freunden, dass es draußen aussieht, als ob ein Vulkan ausbrechen würde“, schildert Raid, der mit dem Handy auch Fotos schoss.

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Seine Intuition stimmte. Der südlich der philippinischen Hauptstadt Manila gelegene Vulkan Taal spuckt seit Sonntag Asche und Rauch. Am Montag regnete es auch Steine, Lava kam dazu. Das seismologische Institut Phivolcs warnte vor einem sehr bedrohlichen Ausbruch, der noch kommen könnte, möglicherweise innerhalb von „Stunden oder Tagen“. Es galt wie bereits am Sonntag die Warnstufe 4 von 5. Mindestens 144 vulkanische Beben seien bislang registriert worden.

Tausende auf der Flucht

Die Behörden schätzen, dass mindestens 200.000 Menschen fliehen müssten, falls die Situation schlimmer wird. Bereits jetzt mussten sich 45.000 Menschen in Sicherheit bringen, darunter auch Touristen. Der Vulkan Taal ist ein beliebtes Ziel von Touristen, vor allem wegen des im Vulkankessel gelegenen Sees samt Insel. Der letzte vergleichbare Ausbruch liegt mehr als 40 Jahre zurück.

In Calamba kam am Montag ein Mann bei einem Verkehrsunfall aufgrund der Vulkanasche ums Leben, drei Menschen wurden laut Polizei verletzt.

„Wir fühlen uns noch wohl, hoffen aber, dass der Flughafen offen bleibt.“

Willi Raid, Philippinen-Urlauber aus Riefensberg

Am Flughafen von Manila wurde wegen des Ascheregens der Betrieb zeitweise eingestellt. Um die 200 Flüge ins In- und Ausland wurden gestrichen. Die Wolkensäule aus dem Vulkan reichte bis zu 15 Kilometer in die Höhe.

Die fünf Vorarlberger wollen noch bis diesen Sonntag ihren Urlaub auf Boracay verbringen. Dann wäre ein Flug in die philippinische Hauptstadt Manila mit einem zweitägigen Aufenthalt geplant. Und am 21. Jänner sollte es von dort nach Bangkok gehen. „Doch dies ist derzeit ungewiss. Der Vulkan ist derzeit in jedem Restaurant das vorherrschende Gesprächsthema. Wir fühlen uns noch wohl, hoffen aber, dass der Flughafen offen bleibt“, so Raid im VN-Gespräch abschließend.

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