Bachkantaten über Leid und Trost

Vorarlberg / 13.01.2020 • 17:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Pfarrer Ralf Stoffers führte einfühlsam in das Werk ein.
Pfarrer Ralf Stoffers führte einfühlsam in das Werk ein.

Bewegende Bachkantaten im Dom St. Nikolaus aufgeführt.

Feldkirch Vor rund sechs Jahren rief die Bregenzer Sopranistin Miriam Feuersinger ihr ambitioniertes Projekt eines Bach-Kantatenzyklus für Vorarlberg aus der Taufe, das mit einer Auswahl internationaler und heimischer Barockspezialisten Johann Sebastian Bachs einzigartiges Kantatenwerk vertont. Die rhetorische Kraft und Botschaft dieser Kantaten kommt in den sogenannten Dialogkantaten besonders stark zur Geltung.

Der evangelische Pfarrer von Bregenz, Ralf Stoffers, verstand es, sehr feinfühlig in das besondere Werk der Dialogkantaten einzuführen. „Bachs Kantaten vermitteln andere Aspekte zum Thema Weihnachten“, so Stoffers. Bewegende und herzergreifende Texte über Flucht, Verfolgung und Herzeleid als Ausdruck des Zwiegesprächs der christlichen Seele mit dem Herrn und Freund Jesus, der Hoffnung auf ewiges Leben verspricht. 

Bewegende Arien

Das Kantatenkonzert begann mit „Selig ist der Mann“, Kantate BWV 57 für Sopran, Bass, zwei Oboen, Streicher und Basso Continuo. Wer die Anfechtung erduldet, der wird die Krone des Lebens empfangen, erklingt es in der Eröffnungsarie. „In meinem Schoß liegt Ruh und Leben, dies will ich Dir einst ewig geben“, verspricht Jesus. Auch Christoph Graupners (1683–1760) „Soll nun das unschuldsvolle Lamm“, im Anschluss aufgeführt, ist eine tief ergreifende Kantate über den Dialog der Seele mit Jesus.

Manch Herzeleid

„Ach Gott, wie manches Herzeleid“ schrieb Johann Sebastian Bach als Dialogkantate für den Sonntag nach Neujahr. Das Werk für Sopran, Bass, zwei Oboen, Taille, Streicher und Basso Continuo bringt eindrucksvoll die Zuversicht auf Erlösung zum Ausdruck: „Kann es die Welt nicht lassen, mich zu verfolgen und zu hassen, so weist mir Gottes Hand ein andres Land“. „Hier ist Angst, dort Herrlichkeit“, krönte eine Arie die Kantate.

Zum Abschluss gab es langanhaltenden Applaus für die Sänger Miriam Feuersinger (Sopran) und Stefan Zenkl (Bass) sowie die glanzvolle Begleitung des gesamten Orchesters. Gemeinsam mit den Konzertbesuchern wurde danach noch Johann Sebastian Bachs Choral „Richte dich, Liebste, nach meinem Gefallen“ im Dom St. Nikolaus angestimmt. HE

Stefan Zenkl (Bass) und Miriam Feursinger (Sopran) sowie das Orchester wurden mit viel Applaus belohnt. heilmann (2)
Stefan Zenkl (Bass) und Miriam Feursinger (Sopran) sowie das Orchester wurden mit viel Applaus belohnt. heilmann (2)