Schlachthof weiterhin dringend gesucht

Vorarlberg / 13.01.2020 • 07:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In Dornbirn wird nur noch bis Ende 2021 geschlachtet. Die Suche nach einer Nachfolgelösung gestaltet sich schwierig. STADT DORNBIRN

Noch kein Ersatz für Dornbirn gefunden. Die Zahl der geschlachteten Kälber im Land ist gestiegen.

Bregenz Die Uhr tickt: Ende 2021 stoppt der Schlachthof Dornbirn endgültig sein Förderband. Bis dahin soll ein neuer Schlachthof stehen, lautet ein Vorhaben der Landesregierung. Seit zwei Jahren wird ein Standort gesucht. Aber noch immer fehlt Konkretes, wie aus einer Anfragebeantwortung von Agrarlandesrat Christian Gantner (ÖVP) an den FPÖ-Abgeordneten Daniel Allgäuer hervorgeht. Während Gantner weiterhin positiv gestimmt ist, glaubt Allgäuer nicht daran, dass es sich ausgeht.

Ein Schlachthof im Land gilt als Möglichkeit, die Zahl der exportierten Kälber zu reduzieren. Er führt zu jenem Produkt, das seit 2018 massiv beworben wird. Die Ländle Kalbsbratwurst soll helfen, den Absatz von Fleisch von männlichen Kälbern zu erhöhen. Von November 2018 bis August 2019 sind 766.000 Ländle Kalbsbratwürste verkauft worden, mit einem Kalbfleischanteil von mindestens 50 Prozent. Das entspricht 2500 bis 3000 Kälbern. Zwar könne man nicht sagen, wie sehr der Absatz gestiegen ist, allerdings sei der Kalbfleischanteil deutlich erhöht worden, schreibt Gantner.

Einen weiteren Weg zur kälbertransportfreien Zukunft sieht die Landesregierung in der verstärkten Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Tourismus. Im Sommer hätte dazu eine GmbH namens „Genussvielfalt echt Vorarlberg“ gegründet werden sollen. Mittlerweile wurden zusätzlich 21 Gastronomen befragt, 20 Landwirte folgen. Das Projekt wird neu aufgegleist, das Ziel bleibt dasselbe: Die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Tourismus zu institutionalisieren, wie Gantner erklärt. „Beide Seiten sollen davon profitieren.“

Über 7000 Kälber geschlachtet

Zuletzt ist die Zahl der geschlachteten Kälber in Vorarlberg wieder gestiegen: 2016 waren es 6806, ein Jahr später 6489, im Jahr 2018 6972, hochgerechnet für das Jahr 2019 werden es rund 7300 Kälber sein, die im Land geschlachtet worden sind.

Allgäuer fürchtet nun um diese Möglichkeit: „Die umfangreiche Beantwortung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Landesrat Gantner massiv im Zeitverzug ist. Es ist fünf nach zwölf! Das heißt, es geht sich nicht mehr aus, was katastrophale Folgen haben wird. Wir brauchen rechtzeitig einen neuen Schlachthof mit Verarbeitungsbetrieb.“ Fehlt ein solcher, fällt eine Schlachtmöglichkeit weg; die Zahl der Transporte würde wieder steigen.

Gantner gesteht: „2021 wird knapp, aber unser Ziel ist natürlich ein nahtloser Übergang vom Schlachthof Dornbirn zur neuen Variante.“ Ein Experte sei nun beauftragt worden, ein Konzept zu erstellen. Die Uhr tickt.